Die Ancient Mariners brachten die Sonne zurück nach Basel

13. August 2002 | Von | Kategorie: Nachrichten

Behaupte noch einer, die Zahl dreizehn bringe Unglück. Tagelang regnete es immer wieder. Doch am Dienstag, 13. August, als das «Mariner Open Air 2002» im Sarasin-Park in Riehen angesagt war, kam der lange ersehnte Wetterumschwung. Die Swiss Mariners aus Basel müssen einen besonders guten Draht zu Petrus haben. So schien denn am Abend die Sonne auf die zahlreichen Besucher, welche in dem herrlichen Park eine eindrückliche Demonstration von traditionellem amerikanischen Trommeln und Pfeifen erleben durften. Sowohl die Swiss Mariners, als auch ihr Bruder-Corps, die Ancient Mariners aus Guilford im US-Staat Connecticut präsentierten sich in erfrischender Spiellaune.

Punkt 19.30 Uhr wurde die Kanone abgefeuert, die die Mariners berühmt, aber auch berüchtigt machte – und die Corps betraten mit dem traditionellen Eröffnungsmarsch «Sailor’s Hornpipe» die Bühne. Vor der «Fife Line» mit ihren Holzflöten, der «Snare Line» und «Bass Line» marschierten als Vortrab die «Boarding Party» und die «Color Guard» mit acht Fahnen. Beide Corps musizierten abwechselnd allein oder gemeinsam – alle auf beeindruckendem musikalischen Niveau. Viel Beifall erhielten speziell die Soli. Mitreissend gespielt etwa das rassige «Regimentals Drums» der Trommler. Eine wahre Meisterleistung bot die Pfeifergruppe mit «Drowsy Maggie». Ein weiterer Höhepunkt waren die von zwei Pfeifern vorgetragenen «Sailor’s Horn Pipe Variations».

Eine Besonderheit der Ancient Mariners sind «The Mariner Chanteymen». Die fünf grossartigen Sänger erzählen in ihren Liedern von den als Sklaven gehaltenen Kanaken oder von einem Schiff, das unterging weil die Besatzung betrunken war. Doch auch aktuelle Themen, wie etwa die Rettung von einem Light House, haben sie in ihrem Repertoire.

Bernhard «Beery» Batschelet erklärte in kurzen Sequenzen den Zuhörern die Unterschiede zwischen Basler- und amerikanischen Märschen. Die Jigs sind oft aus kurzen Stücken zusammengesetzt, was die überraschenden Tempowechsel ermöglicht. Früher wurden die Melodien, wie auch in Basel bis Anfang des 20. Jahrhunderts, nur einstimmig gepfiffen. Der militärische Ursprung ist hier deutlich zu erkennen. Musik und Uniformen entsprechen der patriotischen amerikanischen Tradition.

Bei den stürmisch geforderten Zugaben zeigten alle Musiker nochmals ihr grosses Können. Phantastisch etwa ein Pfeifervortrag. In der rechten Hand den Mug (Bierkrug), spielen sie linkshändig, als sei es die einfachste Sache der Welt. Und als die Chanteymen in nahezu perfektem Baaseldytsch drei Strophen von «z’ Basel an mym Ryy» sangen, wollte der Beifall kein Ende nehmen.