Die beiden Lokalsender Telebasel und Radio Basilisk müssen sich für die kommende Fasnacht einen neuen Standort suchen, um am Montag- und Mittwochabend die Auftritte der Basler Schnitzelbängg live zu übertragen. Der Saal der Safran-Zunft ist von den den drei Gesellschaften Comité, BSG und VSG nämlich vom Spielplan gestrichen worden – hauptsächlich werden akkustische Probleme angeführt.
In den vergangenen Jahren übertrug Telebasel am Fasnachtsmontag und -mittwoch jeweils aus dem grossen Zunftsaal die Auftritte der Schnitzelbängg. Das aufgenommene Material bildete zudem die Basis für die Zusammenstellung des Querschnitts. Radio Basilisk übernahm den Ton – und konnte damit seiner Hörerschaft an beiden Abenden ebenfalls Verse und Pointen ins Haus liefern. Nun müssen sich beide Medien etwas einfallen lassen, denn der Grossteil der organisierten Bänggler wird den «Saffre»-Saal nicht mehr anlaufen.
Gefällt wurde dieser Entscheid von den Präsidenten der drei grossen Organisationen Comité-Bängg, Basler Schnitzelbangg Gsellschaft (BSG) und Verainigty Schnitzelbangg Gsellschaft (VSG) bereits im Sommer – ausgehend von einem regelrechten Aufstand der Mitglieder. «Selbst wenn wir im Vorstand den Safran-Saal in der Route belassen hätten, wären wohl die meisten Formationen dort nicht angetreten», erklärt BSG-Präsident André Auderset stelltvertretend. Der Grund für diese Abneigung liegt hauptsächlich im akkustischen Bereich. Der Safran-Saal sei nicht leicht zu beschallen – und zudem sei, wie Auderset weiter ausführt, wohl nicht immer technisches Material auf höchstem Niveau verwendet worden. Das Resultat: Ein grosser Teil des Publikums bekam die Pointen nicht mit und begann, sich selbst zu unterhalten, was der Saalstimmung natürlich alles andere als zuträglich war.
Verschärfend kam hinzu, dass an beiden Abenden jeweils Fleisch-Fondue serviert worden ist. «Dies ‹stank› den auftretenden Bängglern unter der Larve im buchstäblichen Sinn», so der BSG-Präsident – zum anderen hätten die Rechauds auf den Tischen für zusätzliche Wärme gesorgt, was das Publikum bewog, die Fenster zu öffnen. Die durch den Saal tönende Fasnachtsmusik der vorbeimarschierenden Cliquen und Guggen hätte einen sauberen Auftritt vollends verunmöglicht, so Auderset. Und weiter: «Manchmal war es den Sängern auf der Bühne nicht einmal mehr möglich, sich selbst zu verstehen.»
Schon an der Präsidenten-Konferenz im Jahr 2001 hatten BSG und VSG einen Verzicht auf diesen Auftrittsort angeregt – auf Drängen des Schnitzelbangg-Comités, in dessen Reihen einige Mitglieder der Safran-Zunft sitzen, war dann aber beschlossen worden, es an der Fasnacht 2002 nochmals zu versuchen. Jetzt ist der Verzicht aber Tatsache.
Der Safran-Wirt möchte dem Vernehmen nach den Verlust mit dem Aufstellen einer Grossleinwand am Mittwoch auffangen und so den Fussballfans unter den Fasnächtlern die Möglichkeit bieten, sich über das (Champions-League-)Schicksal des FC Basel in Manchester zu informieren. Nicht ausgeschlossen ist, dass kleinere Schnitzelbangg-Gruppierungen und «wilde» Bängg in die Bresche springen. Die freundschaftliche Verbundenheit beider Parteien lässt zudem vermehrte Auftritte der «Striggedde» erahnen…
Weit problematischer ist die Geschichte für Telebasel, das bisher auch Regie und Technik für die gesamten Fasnachts-Übertragungen in der «Saffre» untergebracht hatte. Da man für die Übertragung des Cortège und des Guggenkonzerts unbedingt auf dem Marktplatz bleiben will, sucht Telebasel-Chef Willy Surbeck nun geeignete Lokalitäten in diesem Gebiet. Wie Auderset erklärt, haben die drei Schnitzelbangg-Gesellschaften Surbeck in einem kürzlich stattgefundenen Gespräch ihre Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Aufnahmeort angeboten. Als Idee in den Raum gestellt wurde dabei auch die Idee, auf dem Marktplatz oder in einem der angrenzenden Innenhöfe ein spezielles Zelt aufzustellen, in dem die Bängg auftreten könnten. Dies würde dem Publikum auch erlauben, den Darbietungen zu folgen, ohne ein meist teures Essen bestellen zu müssen. Konkret ist noch nichts – doch die Zeit drängt.
Weniger hektisch schaut Radio Basilisk dem Treiben zu: Die technischen Anforderungen an eine reine Tonübertragung sind weniger komplex als beim Fernsehen – ein geeigneter Aufnahmeort dürfte sich vergleichsweise leicht finden lassen. Bei der nationalen Fernsehstation bleibt hingegen alles beim Alten: SF DRS zeichnet die Basler Schnitzelbängg wie in früheren Jahren am Montag im Restaurant Aeschenplatz und am Mittwoch im Atlantis auf.



