Neue Runde im Urheberrechtsstreit

7. Januar 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Das Jahr 2003 beginnt für die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler mit viel Aufregung: Die Suisa-Pläne, inskünftig für die Aufführung von Märschen an der Fasnacht Gebühren zu erheben, sind offensichtlich keineswegs vom Tisch. «Die Abgabe wird voraussichtlich auf die Fasnacht 2004 eingeführt», wird Suisa-Vizedirektor Andreas Wegelin in der heutigen Ausgabe von «20 Minuten» zitiert. Zusammen mit dem Fasnachts-Comité soll eine Pauschale ausgehandelt werden. Comité-Obmann und Jurist Alex Fischer hatte bereits am Montag gegenüber Basler Fasnacht Online (BFO) angekündigt, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

«Eine solche Regelung ist doch überhaupt nicht durchsetzbar», erklärt Erwin Oesch von Musik Oesch auf Anfrage von BFO. «Was ist mit all denjenigen Fasnächtlern, die nicht organisiert Fasnacht machen?» Entsprechend kurios mutet die Aussage von Wegelin an, der zur Berechnung der Abgabenhöhe auch die Blaggedden-Verkäufe beiziehen will, so der Bericht von «20 Minuten».

Oesch hat die bei ihm verlegten Märsche noch nie bei der Suisa angemeldet. «Allerdings können dies die Komponisten auch dann noch selbst tun, wenn die Verlagsrechte am Werk verkauft sind. Dieses Recht steht ihnen weiterhin zu.» Mit dem Verkauf der Verlagsrechte werde lediglich festgeschrieben, dass von einem Marsch eine bestimmte Auflage zu einem abgemachten Preis verkauft wird – «danach wird jeweils neu verhandelt», so Oesch.

Verfolgt die Suisa die Pläne zur Erhebung einer Gebühr weiter, so ist damit zu rechnen, dass nebst den Guggen (die oftmals zeitgenössische Musik vortragen) auch die beim Cortège angemeldeten Cliquen zur Kasse gebeten werden – nicht jedoch die «Schyssdräggziigli», die unorganisiert in den Gassen der Altstadt zirkulieren. Wie die Suisa dort die Gebühren eintreiben will und ob der Zugchef automatisch auch zum Führen einer Marschliste gezwungen wird, dürfte weniger Juristenfutter als vielmehr ein gelungenes Fasnachtsujet sein…

Weitere Informationen:

Bericht in 20 Minuten

Offizielle Stellungnahme der Suisa

Bericht von Basler Fasnacht Online