Vorfreude, so weiss es der Volksmund, ist die schönste Freude. Und so freut sich auch Werner F. Vögelin, der seit acht Jahren die Besucher zu seiner «Stubete» ins Neue Tabourettli am Spalenberg einlädt, «auf das neue Programm wie ein Kind auf Weihnachten». Es soll ein unvergesslicher Abend werden, dessen poetisch-musikalischer Mix echte Fasnachtstradition vermittelt. «Ganz auf die Tagesaktualität ausgerichtet, soll ein Programm voller Pointen den Frust über das Alltagsgeschehen in befreiendes Lachen auflösen», das verspricht sich Vögelin. Besonders freut er sich, dass diesmal auf der Bühne die Frauen in der Überzahl sind.
Bei den Textbeiträgen achtet Produzent und Regisseur Vögelin, 25 Jahre als Kaffimihli an der Fasnacht unterwegs, akribisch auf sauberes «Baseldytsch». Und bei so hochkarätigen Textern wie Rosmarie Utzinger (Betty & Bossi), Megge Afflerbach (unvergessen als Standpauke) und Beat Gall wird dies wohl auch eine Selbstverständlichkeit sein. Ein besonderer Leckerbissen soll die amüsante Kostüm-Modeschau von Lisca und Frédéric Decrauzat werden. Hier erzählen historische Fasnachtsfiguren wie Alti Dante, Harlekin oder Waggis in Versform, wo ihre Ursprünge sind.
Auch der musikalische Teil verspricht einiges. Den traditionellen fasnächtlichen Part übernehmen die Tambouren und Pfeifer der 80-jährigen Rätz-Clique unter der Leitung von Obfrau Yvonne Hagen. Exklusiv sind sicher die musikalischen Darbietungen unter der Leitung von Bettina Urfer. Ein kontrapunktisches Kunststück, so bezeichnet der bekannte Musikprofessor Ernst Lichtenhahn seine eigens für die Stubete komponierte humoristische Nummer. Sie beinhaltet Elemente aus Fasnachts-, U- und E-Musik. Gespielt wird sie von Giselle Reimann (Querflöte), Anja Friedeberg (Cello), Bettina Urfer (Klavier) und der mit dem Markgräfler Kunstpreis ausgezeichneten Barbara Wäldele (tanzende Sängerin). Als musikalisches Talent entdeckt wurde die 25-jährige Kabarettistin Christine Böhni aus Kreuzlingen an der Comedy Night in Benken/SG, wo sie zusammen mit dem Duo «Flügzüg» auftrat. Boris Gass, der bisher die Besucher im Hof mit den Klängen seiner Drehorgel begrüsste, wird ebenso auf der Bühne stehen wie «Willys Blues-Band» (Bandleader und Bass-Gitarre Willy Surbeck, Schlagzeug Vittorio Müller, Solo-Gitarre Martin Eyer, Klavier Bettina Urfer). Traditionsgemäss treten auch verschiedene Comité-Bängge auf. Welche an welchem Abend, das weiss nicht einmal Vögelin. Einzig an der Première steht fest, dass «Peperoni» und «Syydiaane» auftreten werden.
Nach der Medienorientierung liess Vögelin Basler Fasnacht Online noch einen Blick hinter die Bühne werfen. Die «Hühnerleiter» im alten Küchlin war eine Autobahn gegen die schmale, steile Treppe, über welche die rund 100 Mitwirkenden mit Instrumenten und Requisiten zur Künstlergarderobe hinaufsteigen müssen, um hinter den Kulissen hindurch auf die Bühne zu gelangen.



