Und wieder haben wir was gelernt; diesmal auf ref.ch, der Webseite der Evangelisch-reformierten Kirchen der Schweiz. Zum Wort Fasnacht steht da geschrieben: «Ein Wort vorweg zu Schreibweise: im schweizerischen Raum hat sich die Fasnacht (nicht: Fastnacht) gehalten, und diese Schreibweise ist sprachgeschichtlich korrekt. Denn der Ausdruck hat nichts mit Fasten zu tun, wie es die (im deutschen gebräuchliche) ‹Fastnacht› nahelegt. Ganz im Gegenteil: Er leitet sich ab von mittelhochdeutsch ‹faseln› (= Unsinn treiben), meint also gerade das Gegenteil der ernsten, verzichtreichen Fastenzeit.» Aha, Unsinn machen wir also… und das gleich das ganze Jahr hindurch.
Und weiter: «Nicht erst den Reformatoren war diese Negation von Ruhe und Ordnung, diese anarchische Lust am Unsinn, ein Dorn im Auge. – Die Kirche hatte schon früh versucht, das offensichtlich von heidnischen Göttern und Riten besetzte Fest zu unterdrücken. Im 11. Jahrhundert wurden diese Versuche zugunsten einer nachsichtigen Duldung aufgegeben.» Nicht gelungen, ätsch!
«Besseren Erfolg hatten die Reformatoren. In Norddeutschland, aber auch in einzelnen Schweizer Städten wurde dem wilden Treiben zumindest für eine gewisse Zeit Einhalt geboten. – Heute dürfte sich allerdings auch in strengreformierten Gegenden die katholische Weisheit der stillen Duldung durchgesetzt haben.» Da sind wir nun aber äusserst froh und dankbar.



