42 Mool schloofe… bis zem Morgestraich

27. Januar 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Häberli hatte sich alles gut überlegt. Er hatte alle nötigen Vorbereitungen getroffen. Das Halstuch, die Kappe und das Striggjäggli – in rotblau, was denn sonst – liegen auf dem Stuhl, fein säuberlich
ausgebreitet. Daneben die Fahne, die schon so manche Schlacht mitgemacht
hat, und der Pubführer.

Schon vor Tagen hatte er die Briefe geschrieben und fein säuberlich die Couverts mit je einer 70er-Marke beklebt. Nun wartet er nur noch auf den
Pöstler. Er klebt mit der Nase am Fenster, seine Hände zittern. Und da fährt das gelbe Velo vor. Er rennt die Treppe hinunter und fällt dem Briefträger
fast in die Arme, reisst ihm die Rückumschläge aus der Hand und rennt die Treppe wieder hoch.

Mit fiebrigem Eifer reisst er alle Umschläge auf. Einen Moment starrt er ungläubig auf deren Inhalt. Dort steht unisono: «Es tut uns leid, sämtliche
Plätze auf unseren Fliegern und Bussen nach Manchester sind ausgebucht.» Die Sekunden werden lange, Häberli starrt zum Fenster hinaus.

Dann wandern seine Mundwinkel langsam hoch. Er springt auf, stösst einen Schrei aus und beim Hinausrennen den rotblau drapierten Stuhl um. Er fliegt die Treppe zum Estrich hoch, reisst den Goschdym-Kasten auf und strahlt: Nun kann Häberli getrost Fasnacht machen.