Baseldytsch IV. Es versteht sich von selbst, dass die Einladung für einen vorfasnächtlichen Anlass in Ba-seldeutsch abgefasst ist. Zu solchen Anlässen gehört etwa auch eine Buch-Vernissage, nämlich dann, wenn das Buch mit Fasnacht zu tun hat.
Schon viele haben sich berufen gefühlt, einer potentiellen Leserschaft irgend etwas Neues, noch nie Gehörtes oder Gesehenes über Basels drei schönste Tage kund tun zu müssen. Der einen oder dem anderen ist dies durchaus auch befriedigend gelungen…
Zu diesen wird sich jetzt zweifellos
auch Fasnachts-Comité-Mitglied Felix Rudolf von Rohr gesellen, dem wir das neuste Werk mit fasnächtlichem Inhalt verdanken. Es heisst «Fasnacht in Basel – Eine Gebrauchsanleitung» und wird demnächst eben an einer Vernissage aus der Taufe gehoben.
«Perseenligi Ylaadig zer Buech-Vernissage», heisst es auf der Einladung des Comités und der UBS AG für den feierlichen Anlass im Zunftsaal der Safran-Zunft. «Ylaadig» mit einem Y, dafür dann im Lauftext «… laade mer Si ganz häärzlig yy». Wieso plötzlich ein doppeltes Y?
Verwirrend ist auch die Schreibweise des Worts, um das sich alles dreht: die Fasnacht. Dass sie im Titel des Buchs in der ersten Silbe mit nur einem A geschrieben wird, ist noch logisch, weil das Buch ja eine Ge-brauchsanleitung sein soll, die sich nebst Baseldytsch auf Schriftdeutsch,
Französisch und Englisch auch an Auswärtige richtet. Dagegen erstaunt doch, dass im Lauftext der Einladung, der in Baseldytsch abgefasst ist, Fasnacht ebenso konsequent mit diesem einen A geschrieben wird. Immerhin lehren uns die Baseldytsch-Päpste, so es denn mehrere gibt, dass lang ge-sprochene Vokale, wie eben in der ersten Silbe von Fasnacht, in der Schriftsprache verdoppelt werden.
Felix Rudolf von Rohr selbst, der eigentliche Hauspoet im Comité, beherzigt dies denn auch in seinen anderen Elaboraten (Verse über die jeweilige Plakette, Verse zu Cliquenjubiläen etc.) absolut konsequent und schreibt dort Faasnacht. Was sagt uns das? Wenn zwei, die in diesem Fall einer sind, dasselbe tun, ist es also noch längst nicht das Gleiche…



