Durch die Nacht mit einem Ziel: Basel-Morgestraich

25. Februar 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Was ist Dein ‹Fortbewegungsmittel Nr. 1› an der Fasnacht?» Diese Frage stellte Basler Fasnacht Online (BFO) in den vergangenen Tagen seinen Leserinnen und Lesern (zur neuen Umfrage). Und dieses Umfrage-Thema stiess auf grosse Resonanz. Die Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel dürfen sich freuen: Über 70 Prozent lassen sich während den «drey scheenschte Dääg» mit Tram, Bus oder Zug von A nach B transportieren. 19 Prozent nehmen (allenfalls notgedrungen) die oft Nerven aufreibende Suche nach einem leeren Taxi in Kauf, und nur 9 Prozent setzen sich hinters Steuer des eigenen Fahrzeuges.

Allerdings hätte die Umfrage – wie der BFO-Redaktion in zahlreichen Mails mitgeteilt wurde – eine vierte und fünfte Option beinhalten sollen: Nicht wenige schwingen sich nämlich in den Velosattel oder gehören zu den Privilegierten, die die Wegstrecke zwischen Altstadt-Gässle und heimischem Bett zu Fuss in Angriff nehmen können. «Seit 33 Jahren bin ich an der Fasnacht mit dem Velo unterwegs – schnell, billig und effizient», schrieb ein Breo-Fasnächtler stellvertretend.

Damit eine derart grosse Zahl an potenziellen Fahrgästen zufrieden gestellt werden kann, ist bei den diversen Verkehrsbetrieben ein Sondereffort gefragt. Den mit Abstand grössten Aufwand müssen auch in diesem Jahr wiederum die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) leisten. Weil die Innerstadt zwischen Morge- und Ändstraich grösstenteils gesperrt bleibt, sind logistisch ausgeklügelte Umleitungen notwendig. Die entsprechende Fahrgast-Information wurde wiederum in einem aufwendigen Farb-Prospekt zusammengefasst. Was auf den ersten Blick wie ein Schnittmuster daherkommt, sind Grafiken, die die Umleitungen markieren; viele Tram- und Buslinien verkehren auf ungewohnten Strecken – dieses Info-Material wird deshalb für drei Tage zum unverzichtbaren Muss.

Auch die zahlreichen Fasnächtlerinnen und Fasnächtler aus der Agglomeration dürfen auf ein ansprechendes Angebot des Tarifverbundes Nordwestschweiz (TNW) zurückgreifen. Nebst dem auf Grund der neuen Linienführungen längst zum Stadtbild gehörenden «Crèmeschnitten-Express» auf den BLT-Linien 10 und 11 schieben auch die Autobus AG Liestal, die Waldenburgerbahn und die Postauto Nordwestschweiz Sonderschichten. Interessant: Das sogenannte «S-Billett» ist für Hin- und Rückfahrt gültig. Dieses kann an den TNW-Automaten oder in einigen Fällen direkt beim Chauffeur gelöst werden. Entsprechende Informationen sind auf dem Flyer und der TNW-Homepage zu finden.

Während sich die Aktiven in der Nacht vom 9. auf den 10. März nochmals für einige wenige Stunden aufs Ohr hauen, herrscht auf dem Streckennetz der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bereits Hochbetrieb. Den Auftakt macht um 0.43 Uhr ein Extrazug, der in Winterthur startet und Fasnachts-Begeisterte nach Zürich transportiert. Dort treffen zwischen 1.11 und 1.29 Uhr gleich drei dieser Zubringerzüge (nebst Winterthur auch aus Niederweningen und Wetzikon) ein – allesamt mit der Aufgabe, den Non-Stop-Schnellzug Zürich-Basel (Abfahrt 2.03 Uhr) zu füllen. Stadtzürchern und denjenigen aus der westlichen Agglomeration steht übrigens ab Zürich-Altstetten eine weitere Variante zur Verfügung. Aber auch aus den Regionen Lenzburg, Zofingen, Bern und Biel fahren Züge mit Halt auf vielen Stationen durch die Nacht – alle mit gemeinsamem Ziel: Basel-Morgestraich!

Die Bundesbetriebe haben aber nicht nur die nationalen, sondern auch die regionalen Verbindungen im Fokus: So «beliefern» Postauto-Kurse aus dem Laufental, Fricktal und Ergolztal die Morgestraich-Sonderzüge. Am frühesten müssen dabei die Bärschwiler aus den Federn: Ihr Bus verlässt um 2.07 Uhr das Dorf, um – gemäss Fahrplan mit drei Minuten Umsteigezeit – in Laufen den Schnellzug Biel-Basel zu erreichen. Für die Spätheimkehrer setzen die SBB zudem in allen drei Nächten Extrazüge («BlueNite») ein; wiederum mit Anschluss auf Postauto-Extrakurse ab Zwingen, Laufen, Liestal, Sissach und Gelterkinden. Und das freut insbesondere die Fasnachts-Fans aus Fehren, Nuglar oder Hemmiken. Deshalb speziell auch ihnen «e scheeni Fasnacht»!

Weitere Informationen:

Fahrplan-Infoservice von Basler Fasnacht Online

zur neuen Umfrage