Fasnächtliches «Wunschkonzert» im Museum

4. März 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Es gehört nicht zu den üblichen Vorfasnachts-Veranstaltungen, das alle zwei Jahre stattfindende «Museumskonzärtli». Wie der Name sagt, findet es in einem Museum statt – und zwar in der Aula des Museums der Kulturen. Eine Woche vor der Fasnacht bietet die Museumsgrubbe jeweils Musik der Spitzenklasse. Da ist es kein Wunder, dass die Konzerte – dieses Jahr sind es zwei – im Nu ausverkauft sind.

Es begann 1970. Damals hatte Urs Ramseyer die Idee, aus guten Pfeifern und Tambouren eine Gruppe zusammenzustellen, welche die schönsten Basler Fasnachtsmärsche perfekt darbieten konnten. Als in den achtziger Jahren Bernhard «Beery» Batschelet die Leitung übernahm, wurden die Kompositionen immer experimenteller und schwieriger. Und die Liste der Märsche, welche durch die Museumsgruppe uraufgeführt wurde, ist lang. Leider steht nicht fest, ob das diesjährige Konzert das letzte dieser Art war, denn zwei «Urgesteine», Urs Ramseyer und Dieter Cattelan, hören auf. Deshalb wurde die Aufführung zu einem Wunschkonzert: Jeder Akteur durfte sich einen Marsch wünschen. So entstand ein buntes Sammelsurium. Und da man sich in der Ungewissheit, ob es weitergeht oder nicht, an die «guten alten Zeiten» erinnerte, traten Pfeifer und Tambouren im Look der «Roaring Twenties» auf.

So war es logisch, dass das Konzert mit einer Hommage an Karl Roth begann. Mit seinen wunderschönen Pfeifermärschen «revolutionierte» er – besonders zwischen 1910 und 1920 – die Fasnacht. Waren es bis dahin die Tambouren, welche den Hauptteil eines Zuges bildeten, so waren es nun die Pfeifer, die den «Ton» angaben. Sein «Elfer», von der ganzen Gruppe vorgetragen, war ein würdiger Auftakt des Abends. Durchs Programm – am Dirigentenpult des ersten Konzärtlis von 1970! – führte letztmals Urs Ramseyer. «Mit einem lachenden und einem weinenden Auge», wie er eingestand.

Die Pfeifergruppe (sieben Pfeiferinnen, drei Pfeifer) begeisterte mit den Kompositionen «Dante Schuggi» und «d Veegel» von René Briellmann ebenso wie mit Michael Robertsons «Pierissimo» und dem mit Rhythmuswechseln gespickten «Schneemaa». Herrlich ihre «Resslirytti», welche Walti Zandora arrangiert hat. Die süffige Melodie erinnerte an Mässorgelmusik aus der Zeit, als die Herbstmesse noch nicht «Hermess» hiess… Zusammen mit den beiden Tambouren boten die Pfeifer gekonnt den «Pinocchio» von Maurice Rossel und Christoph Walliser – sowie René Briellmanns lebhaften «Dummpeeter».

Grossartig waren die Trommelsoli der beiden Tambouren. Sowohl «d’Wäntele» von Mix Lauener, als auch das «Duell» von Alex Haefeli liessen die Wände erzittern. Experimentell, aber gelungen «Firedance». Das aus «Riverdance» von Bill Whelan stammende Stück wurde von Cathrin Cattelan für Piccolos, Gitarre und Percussions arrangiert. Auch ihr Vater Dieter Cattelan hatte sich für sein letztes Museumskonzärtli ein Stück für Piccolos und Percussion gewünscht: Die «Wanze» stammt vom Luzerner Anton Rüedi und basiert auf «La Cucaracha». Gelacht wurde in «Salto mortale». Thomas Haid komponierte das Stück 1988 fürs Charivari – die zirkushaften Melodien werde gegen Schluss von zwei Clowns mit Basstrommel und Becken untermalt.

Den ofiziellen Abschluss eines wunderschönen Konzertabends machte der «Arabi». Aber beim gutgelaunten und applaudierfreudigen Publikum kamen die Musiker nicht ohne Zugabe(n) davon. Erst nach einem auf «Rigedigeding» basierenden lustigen Vokalstück und einem rassigen «Wettsteinmarsch» mit fantastischer Zierstimme durfte die Museumsgrubbe abtreten.