E Bsuech sinn si wärt, die Gugge-Konzärt

11. März 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Eine Bratwurst in der Linken, in der rechten Hand einen Gespritzten fragt eine nette Dame im breitesten Zürcher Dialekt: «Ja Si, chöömed si scho?» Sie ist extra aus Limmat-Athen angereist und will die erste Gugge des Sternmarsches der FG- und IG-Gugge zu ihren Konzertorten im Grossbasel auf keinen Fall verpassen. Sie steht auch schon seit gut einer halben Stunde am Kleinbasler Brückenkopf.

Ihr Nachbar in dem schon dichten Zuschauerspalier kann sie aber beruhigen: Es ist erst 19 Uhr, und die Räpplischpalter sind pünktlich vor zehn Minuten beim Messeplatz gestartet. Gemächlichen Schrittes paradierten sie erst durch die
Clarastrasse – unserem weiblichen Zürcher Gugge-Fan bleiben also noch ein paar Augenblicke des Mampfens. Doch dann kommen sie in unser Blickfeld. Der Gugge-Major ist eine prächtige Alti Dante in Form eines Baslerstabs, das gut 40-köpfige Spiel ist in vornehmen Samt gekleidet. Ein toller Anblick, doch ums Himmels willen, warum schränzen sie denn nicht?

Ja gut, eine Pause müssen alle mal machen. Aber auch bei den Rätschbeeri, der einzigen ausschliesslich weiblichen Gugge, ist nur die Rhythm-Section am Spielen – wenigstens legt die Majorin dazu einen rassigen Tanz aufs Pflaster. Die nächsten sind die drummeli-erprobten Rhyschwalbe, an
Pfuus sollte es ihnen also nicht fehlen, aber auch ihre Blasinstrumente bleiben stumm. Ihnen gleich tun es die Messing-Käfer (mit Skifahrern im Vortrab) und die Sonate-Schlyffer, doch guggengottlob haben die Pumperniggel mit uns ein Einsehen. Sie demonstrieren, was eine halbe Stunde später auf den Konzertbühnen auf dem Märt und dem Seibi abgehen wird. Weitere Guggen, etwa die Krach-Schnygge, Seibi-Schränzer und Ueli-Schränzer haben just an unserem Standort «Sendepause». Wahrscheinlich füllen sie alle noch einmal ihre Lungen, damit sie später konzertreif schränzen können.

«Ah und oh» hört man im Publikum, wie die weit über 70 Musizierende umfassenden Schränz-Gritte im traditionellen orangen Alti-Dante Goschdym im Anmarsch sind. Mustergültig: Im Vortrab laufen über 20 kostümierte Grittli mit. 64 Clowns ziehen dann noch die Aufmerksamkeit auf sich – die mächtig einheizende Negro-Rhygass. Den Schluss des Sternmarschs mit rund 750 Akteuren und Actricen markieren die Grachsymphoniker, die den grössten Krach aber auch für die Konzertbühnen aufgespart haben. Bis nach 22 Uhr dauerten dann die Auftritte auf dem Markt-, Barfüsser- und Claraplatz, wo das Claramonschter der wilden Guggen in Szene ging.

Weitere Informationen:

bz-Berichte Fasnacht 2003