«Draumhochzyt»: Jetzt droht Subventionskürzung

16. März 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Draumhochzyt», das diesjährige Sujet der Alten Stainlemer gibt weiter zu reden. Durch die

visuelle und verbale Umsetzung des Nahost-Konflikts fühlen sich jüdische Kreise verletzt – der

Vorwurf des Antisemitismus wurde laut. Bereits am Freitag hatte Comité-Statthalter Felix Rudolf

von Rohr gegenüber Basler Fasnacht Online betont, dass das oberste Fasnachts-Gremium die

Angelegenheit sehr genau prüfen werde. Wie Rudolf von Rohr vorgestern ausführte, steht dem

Comité als Sanktionsmöglichkeit aber lediglich die Subventionskürzung zur Verfügung – und

genau dies soll nun geschehen, wie der scheidende Comité-Obmann Alex Fischer in der

Talksendung «Im Gspröch» gegenüber Radio Edelweiss bestätigte.

«Die Umsetzung des Nahost-Konflikts sei schlecht gewesen», wird Fischer in der

Edelweiss-Medienmitteilung zitiert. «Ein Ausschluss vom nächstjährigen Cortège, wie dies

verschiedentlich gefordert worden ist, steht allerdings nicht zur Debatte.» Dazu habe das Comité

laut Fischer keine rechtliche Handhabe, so die Mitteilung weiter.

Rückendeckung erhalten die Alten Stainlemer überraschend deutlich von den Leserinnen und Lesern von Basler Fasnacht Online: Nicht weniger als 54 Prozent sind der Meinung, dass sie die Grenzen nicht überschritten hätten – weitere 16 Prozent gestehen immerhin eine teilweise Verletzung der Regeln ein. «Es ist nicht angebracht, dass die jüdische Gemeinde, sobald sie sich von Fasnächtlern auf den Schlips getreten fühlt, einen Aufstand macht, auch wenn einige der Laternensprüche daneben waren», schreibt ein Leser stellvertretend. Und weiter: «Worte können weh tun. Richtig. Aber Kugeln töten.»

Weitere Informationen:

Artikel von Basler Fasnacht Online vom 14. März

Artikel der jüdischen Wochenzeitung «Tachles»