Skifahren in Edinburgh und Vogel Gryff in Aberfieldy

14. August 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Nachdem wir bei den Schotten eine Umfrage gestartet hatten, was sich denn lohnt in Edinburgh zu unternehmen, bekamen wir zu unserer Überraschung zur Antwort: Skifahren! In Edinburgh gäbe es die grösste Kunstfaserschnee-Skibahn Europas. Gesagt getan. Um 11 Uhr hatten wir das Rendezvous mit unserer schottischen Begleiterin von den Royal Scots beim Food-Corner in der Kaserne. Zuerst nahmen wir einen Kaffee und warteten noch auf weitere Skibegeisterte des US-Army Drill-Teams und der britischen Army. Das Drill-Team erschien nicht, dafür zwei blendend aussehende Jungs der schottischen Armee: Einer mit einem blauen Auge, der Andere mit einer eingebundenen Hand, beide hinkend. Steffi und ich bekamen vor Staunen den Mund nicht zu. Das kann nicht deren Ernst sein, in diesem Zustand kann man nicht Skifahren!

Unsere Begleiterin erklärte uns, dass die zwei Helden erst vor einem Tag aus dem Spital entlassen worden sind. Sie hatten eine Schlägerei mit den „Flying Gunners“, den Motorradfahrern vom Tattoo. Zwei von den Gunners sind nun in Militärhaft, die restlichen „Flying Gunners“ müssen alle mit roten T-Shirts herum laufen und dürfen die Kaserne nicht mehr verlassen…

Als wir los wollten, kam per Zufall der Sergeant der zwei verschlagenen Jungs zum Food-Corner und fragte die beiden, was sie denn so los hätten; als sie mit „skiing“ antworteten, errötete sich sein Gesicht und die Stimme wurde lauter. Was er sagte, kann hier nicht wiederholt werden. Die beiden zottelten auf alle Fälle wieder ab, Steffi und ich hatten Bauchkrämpfe vor lachen.

Also gingen wir zu Dritt. Die Skibahn ist leicht ausserhalb von Edinburgh, jedoch nur eine Viertelstunde von unserer Kaserne entfernt. Es gibt einen Sessel- und einen Tellerlift. Das ganze Ambiente erinnert tatsächlich an ein Skigebiet: der Ticketverkauf, die Skivermietung und die Après Ski-Beiz erinnern an ein etwas herunter gekommenes Skigebiet in den Alpen. Da die Kunstfasern Brand-Verletzungen verursachen muss man lange Hosen, einen Pulli und Handschuhe tragen.

Da wir Schweizer zum Glück so gute Skifahrer sind, haben wir auf die Handschuhe verzichtet. Die Schotten gaben sich Mühe, so auszusehen, als ob sie in den Skiferien wären. Es gab Kinder, die mussten sogar Skihosen tragen – und das bei Temperaturen von zirka 30 Grad! Unsere Begleiteren entpuppte sich als gar nicht so schlechte Skifahrerin.

Als nächstes wollte sie mit uns am Sonntag in ein Musical mitnehmen: The Lady Boys of Bangkok. Zum Glück hatten wir einen Auftritt an einem Mini-Tattoo, so dass wir die Lady Boys leider in Edinburgh nicht mehr sehen werden…

Das Mini-Tattoo am Sonntag war in Aberfieldy bei einer Whiskey Brennerei. Nach dem Auftritt organisierten die verschiedenen Gruppen Workshops für die Kinder: Highland Dancing, Trommeln, Dudelsack spielen und Gombey-Dancing. Das Highlight der Workshops fand nicht bei uns statt, sondern bei den Highland-Dancers. Marc interessierte sich sehr für die Tanzschritte und zeigte auch viel Talent. Als er dann noch vor Publikum den Leu tanzte, war die Show perfekt. Über allfällige Anfragen für ein Engagement des Vogel-Gryff Spiels am Tattoo sollte sich somit niemand mehr wundern…

Weitere Informationen:

Das Tagebuch

Die Foto-Galerie

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