Dudelsäcke und Gugge

1. September 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Nein, das ideale Festwetter war es nicht gerade, welches Petrus den «Pipes and Drums of Basel» als Geschenk übereichte. Doch trotz zeitweise leichtem Nieselregen feierte das Corps mit befreundeten Bands und vielen Zuschauern den Abschluss seiner Festivitäten zum 25-jährigen Bestehen.

Da die Ehrung des «Top Secret Drum Corps» etwas länger dauerte als geplant, konnten die «Pipes and Drums of Basel» ihr Fest auf dem Marktplatz erst mit einer halbstündigen Verspätung musikalisch eröffnen. Um den «Silber-Jubilaren» zu gratulierenk, traten noch fünf weitere «schottische» Formationen an. «Das ist genau die Hälfte der Schweizer Pipes and Drums Bands», wie Joseph Schaltenbrand, Präsident und «Dätschmeister» des Abends stolz verkündete.

Die erste Dudelsack-Band der Schweiz war auch dabei

Und so traten nacheinander «The Pipes and Drums of Zurich», die «Happy Pipers Lucerne» (sie sind «The first Bagpipe-Band of Switzerland» und bestehen seit 30 Jahren), «The Pipes and Drums of the Lucerne Caledonians», die «City of Basel Caledonia Pipe Band Basel» und die «Dalhousie Pipe Band Basel» auf. Letzere führten als einzige eine Standarte mit. Sie zeigt ein Einhorn, darüber die Inschrift «Ora et labora». Zur Gratulationstour traten die fünf Formationen gemeinsam auf. Jede überreichte Schaltenbrand ein Geschenk, teils in flüssiger, teils in fester Form.

Musikalische Abwechslung brachten die fünf «amerikanischen» Corps. Die «Swiss Mariners Basle», welche sich traditionsgemäss mit lautem Kanonenschlag ankündigten, die «Wild Bunch», sowie die aus den ehemaligen Regimentals hervorgegangenen «Rhine River Rebels» begeisterten das Publikum ebenso wie die als «fusionierte» Gruppe auftretenden «Grainfield Fife and Drum Corps Rheinfelden» und «Swiss Colonials Fife and Drum Corps Brugg». Mit ihren unterschiedlichen Uniformen und den Color Guards gaben sie einen lustigen Farbtupfer ab. Und natürlich durfte bei den Gratulanten die Guggemuusig «Schotte-Clique» nicht fehlen, entstammten doch einige Gründungsmitglieder der Pipes and Drums dieser Fasnachts-Clique. Und auch das «Top Secret Drum Corps» liess sich die Gelegenheit zum Weiterfesten nicht nehmen.

Musikalisches Treiben wie beim «Gässle» an der Fasnacht

Doch nicht nur in der «Arena» wurde musiziert. Im Rathaushof und den Gassen rund um den Marktplatz herrschte munteres musikalisches Treiben wie an der Fasnacht beim Gässle. Und so vermischte sich das «Scotland the brave» der Dudelsäcke mit dem «Glory, glory hallelujah» der Fifes und dem «ole, ole-ole-ole» der Gugge zu einem fantastischen klanglichen Potpurri.

Mit dem Anlass am Samstag endete das Jubiläumsjahr. Höhepunkt war sicher die Organisation des «7th Swiss Pipeband Meeting» im September letzten Jahres. Diese schottische Woche, an der 32 Vereine aus dem In- und Ausland teilnahmen, wird manchem noch in guter Erinnerung sein.

Vor 25 Jahren, am 5. April 1985, wurden «The Pipes and Drums of Basel» gegründet. Heute gehören 25 Aktive dem Corps an. Von Anfang hat es sich mit der schottischen Dudelsack-Tradition befasst und Trainingscamps in Schottland besucht. Es bietet Interessierten die Möglichkeit das Dudelsackspielen zu erlernen. Voraussetzung sind Musikalität und Notenkenntnisse. Die Ausbildung dauert drei bis vier Jahre. Dass sie anspruchsvoll ist, beweist die Tatsache, dass von zwölf bis vierzehn «Lehrlingen» nur einer das Klassenziel erreicht. Zurzeit wird eifrig für die erste CD geübt, welche im Oktober auf den Markt kommen soll.