Letztes Jahr machte der FC Basel mit seinem Auftritt in der Champions Leage den Namen «Basel» europaweit bekannt. Dieses Jahr setzte das «Top Secret Drum Corps» am Military Tattoo noch einen drauf. Wochenlang wurde in den nationalen und internationalen Medien begeistert aus Edinburgh berichtet. Und immer schwang der stolze Unterton «Wir haben es ja schon immer gewusst» mit. Der Empfang der Truppe am Samstag wurde zum wahren Triumphzug. Schon lange vor 13 Uhr standen hunderte Schaulustige auf dem Messeplatz. Wer ganz schlau war, ergatterte sich an den Ballustraden des Parkhauses einen «Fensterplatz».
Pünktlich marschierten die 25 Corpsmitglieder vom Messeturm zum Messeplatz. Obwohl sie gestern noch an der «Parade d’Argovia» in Aarburg teilgenommen hatten, wirkten alle erstaunlich frisch. Diese Kondition verdanken sie wohl dem vierwöchigen «Trainingslager» in Edinburgh. Lediglich einige Federn auf den Hüten waren nicht mehr so weiss wie auch schon. Schon beim ersten von fünf Auftritten des Corps bejubelten die Zuschauer deren Show «First Appearance». Dann gings, vorbei an tausenden Zuschauern, zum Kasernenareal. Ein offener Oldtimer der Polizei brachte das Corps ins Grossbasel. Auf dem Rümelinsplatz war praktisch kein Durchkommen mehr, und auf dem Barfüsserplatz stand die jubelnde Menge dichtgedrängt. Doch auch auf dem Marsch zu den Spielorten spendeten die vielen Zuschauer herzlicher Beifall.
Der krönende Abschluss fand auf dem Marktplatz statt. Vor dem Rathaus, beflaggt mit den Fahnen von Schottland, Basel und des «Top Secret Drum Corps», wartete eine tausendköpfige Menge auf die Startruppe. Auch das Fasnachts-Comité hatte eine Fahne gehisst. Doch im Signet der Gruppe waren Messer, Gabel und Wurst statt der beiden Trommelschlegel. Und der Text lautete «Top Sügrüt, drum gorps». Nachdem sie (zum letzten Mal?) mit ihrem Auftritt Begeisterungsstürme ausgelöst hatten, wurde das Corps durch Hans Martin Tschudi im Namen der Basler Regierung begrüsst. Die Landschaft war durch Adrian Ballmer und Sabine Pegoraro vertreten.
Regierungsrat Tschudi hats «vom Sitz gerissen»
«Als ich vor zwei Wochen am Tattoo war, bot sich ein ähnliches Bild. Eine historische Kulisse und tausende Zuschauer. Auf der Esplanade sieben Fahnen mit weissem Kreuz auf rotem Grund. Und bei der Schlussszeremonie wehte sogar „unser“ Baslerstab. Es hat mich einfach vom Sitz gerissen», erklärte der stolze Regierungsrat.
Weiter erwähnte er, dass die Truppe erst Schwierigkeiten hattet, weil sie in kurzen Hosen über den Kasernenhof gegangen sei. «Doch am Schluss lag nicht nur die ganze Kaserne, sondern die ganze Stadt Edinburgh unseren Helden zu Füssen. Was Ihr gemacht habt war Stadtmarketing vom Feinsten», stellte Tschudi fest. Er schloss seine humorvolle Rede mit den Worten «The Basel Boys are back in town!». Dann überreichte er ein von Andi Schenk gestaltetes 25-teiliges Kunstwerk. Zusammengesetzt liest man die Worte «Mut ist der einzige Weg, wo zum Erfolg führt» und «Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht. Weil wir sie nicht wagen, sind sie schwierig». Persönlich ausgezeichnet wurden Tom Julliard (Bass Line), Stefan Emmenegger (Color Guard), Daniel Bommer (Snare Line) und Erik Julliard (Projektleiter).
Abschliessend wurde das Corps im Rathaushof durch das Fasnachts-Comité geehrt. Obmann Felix Rudolf von Rohr übereichte jedem ein kleines Geschenk. Seine in lustigen Reimen gehaltene Laudatio schloss er mit den Worten:
«Iir händ en guet gmacht, Eyer Job.
Drum wänn au miir vom Comité Eych grateliere
und wänn ganz baslerisch und bschaide konstatiere:
Iir sind nimm SECRET, sondern TOP!»



