Aller guten Dinge sind vier: d Blaggedde

29. Dezember 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Kai Blatt vor s Muul» – unter diesem Motto findet die kommende Basler Fasnacht vom 1. bis 3. März 2004 statt. Dies hat das Fasnachts-Comité an der heutigen Blaggedde-Vernissage im Volkshaus bekannt gegeben. Eine Überraschung ist die Tatsache, dass das Comité gleich vier (!) Blaggedde-Versionen vorstellte: Für 100 Franken gelangt – nebst Gold, Silber und Kupfer – erstmals eine kleinere Version namens «Bijou» in den Verkauf. Zu einer weiteren Premiere kommts in Sachen Künstler: Der Entwurf von Daniel Laufer wurde aus 93 verschiedenen Vorlagen ausgewählt. Laufer ist in Fasnachtskreisen kein Unbekannter: Er ist Tambour bei den Ueli 1876, Trommelinstruktor bei der Lälli-Clique und Laternenmaler. 1989 und 1990 wurde er am Offizielle Brysdrummlen und -pfyffe «en suite» zum König ausgerufen.

«Die Blaggedde-Vernissage ist weit und breit die bestbesuchte Medienorientierung», stellte Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr nicht ohne Stolz fest. Vorgestellt wurde die neue Kreation von Raphael Blechschmidt und Florence Develey. Es ist die 91. Blaggedde, die das Comité seit 1911 herausgibt. Erstaunlich ist, dass bisher noch nie der Zeedel als Sujet verwendet wurde. Immerhin sind es jedes Jahr rund 300 verschiedene Zeedel, die von den Einheiten verteilt werden. Blechschmidt erhofft sich speziell vom Verkauf des «Bijou» einen währschaften Zustupf in die Subventionskasse des Comités. Dieses ist zweieinhalb Zentimeter gross, echt Silber und partiell vergoldet. Auf einen einfachen Nenner gebracht: «Ein wahres Prachtstück einer Blaggedde», so das Comité. Diese vierte Variante soll zudem kein Einzelfall bleiben.

Anschliessend strafte Rudolf von Rohr sich selbst Lügen: «Seit ich Obmann bin, habe ich nichts mehr zu sagen», hatte er einleitend erklärt. Doch da eine Blaggedde, die einen Zeedel als Sujet hat, auch bei der Laudatio richtig gewürdigt werden muss, ergriff er dennoch erneut das Wort:

Wenn Faasnacht isch am Rhy sym Egge,

denn faare d Bebbi us dr Hut

und mien sich nimme braav verstegge.

Si saage dytlig, glaar und lut,

in Ryym und baseldytscher Dichtig,

was scheps gsi isch und lätz und fuul,

und richte dääwääg alles richtig.

Kurzum: Me nimmt Kai Blatt vor s Muul!

D Blaggedde stellt drum als Première

emol dr Fasnachtszeedel zmitts

in Mittelpunggt, zem d Dichter eere

mit iire Väärs und iirem Witz.

Dr Däni Laufer het si gstaltet,

dr Däni Müller het si prägt.

Und wäär si in dr Sammlig bhaltet

und in dr guete Stuube pflägt,

dä macht emänd e Fraide-Hupfer,

will s nämmlig neyerdings ab hit

zem Gold, zem Silber und zem Kupfer,

au non e Bijou z kaufe git.

Fir was me sich jetz au entschaidet:

D Blaggedde isch syt ee und jee

daas, wo dr Basler unterscheidet.

Drum kauft men aini!

s Comité

Die Blaggedde 2004 gelangt am kommenden Samstag, 3. Januar, in den öffentlichen Verkauf. Die Preise für die Versionen in Gold (45 Franken), Silber (14) und Kupfer (7) bleiben unverändert. Das Litho ist in einer limitierten Auflage von 150 Stück für 120 Franken (ebenfalls unverändert) erhältlich. 30 Prozent des Verkaufspreises gehen direkt an die Cliquen.

Basler Fasnacht Online startet natürlich wiederum die obligate Umfrage zum neuen Kunstwerk. «Wie allewyyl» wird es polarisieren und ist letztlich Geschmackssache.

Weitere Informationen:

Umfrage zur Blaggedde 2004

Homepage Fasnachts-Comité