Königin Cathrin «regiert» weiter

9. Februar 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Ivan Kym (J.B. Santihans) und Cathrin Cattelan (Naarebaschi) bei den
Alten, Dario Ammann (VKB) und Stefanie Bossard (Basler Rolli) bei den Jungen
errangen im Finale des Offiziellen Preistrommelns und -pfeifens die
begehrten Königskronen. Der einzige Neuling im «Königshaus» ist Dario
Ammann. Er gewann die Einzelkonkurrenz bei den Jungen Tambouren. Am Abend
ertrommelte er sich bei den Alten den famosen 14. Rang. Stefanie Bossard
konnte ihren 2002 und 2003 errungenen Titel bei den Jungen Pfeifern
erfolgreich verteidigen. Bei den Alten kam sie dank einem wunderschön
vorgetragenen «Syydelärfli» auf Platz zwei. Ivan Kym darf sich, nach 1993,
1996 und 2000, die Krone des Trommelkönigs zum vierten Mal aufsetzen.
Überboten wurde er allerdings durch «Königin Cathrin». Nach 1997, 1999, 2000
und 2003 schwang sie bei den Pfeifern zum fünften Mal obenaus. Chapeau!

Der Abschluss der Konkurrenzen ist jeweils den Gruppenwettbewerben
vorbehalten. Durch Präzision bei den Tambouren und den Unterstimmen bei den
Pfeifern kommt hier die Schönheit der vorgetragenen Märsche erst so richtig
zur Geltung. Bei den Jungen obsiegten die Tambouren der VKB (bereits zum
sechsten Mal!). Die Spale siegte bei den Pfeifern, bei den Gemischten
Gruppen die Seibi. Bei den Alten Tambouren-Gruppen gewannen die Streifer, während bei den Pfeifern und den Gemischten
Gruppen die Naarebaschi obenausschwangen.

War zu Beginn der Einzelvorträge der Saal erschreckend schwach besetzt, so
änderte sich dies nach und nach. Erfreulich, dass das Fasnachts-Comité
zahlenmässig sehr gut vertreten war. Unverständlich bleibt, dass das
Publikum immer noch aufgefordert werden muss, das Rauchen bitte (!) auf ein
Minimum zu beschränken. Lobenswert dagegen die Idee, die abendliche
Konkurrenz wieder duch eine Guggemuusig eröffnen zu lassen. Diesmal war es
die Negro Rhygass, welche für einen rassigen Auftakt sorgte und so die
verbindende Brücke zwischen «Fasnächtler» und «Gugge» schlug.

Was ein echter Tambour ist, der übt nicht nur die Streiche, sondern feilt
auch verbissen an einer immer noch perfekteren «Nussgipfelhaltung». So
wirkten einzelne «aufrechte» Teilnehmer, speziell bei den Gruppen, wie ein
Anachronismus. Dass einem die Nerven bei solch einem Wettbewerb im Stich
lassen können, musste so mancher Teilnehmer erfahren. Aber auch der gezogene
Marsch spielt eine wichtige Rolle. So ist es sicher einfacher, mit
Ohremyggeli oder Veegel zu brillieren als mit dem 10. Värs.

Bei der Jury, welche wieder keine leichte Aufgabe hatte, waren zwei
altgediente Mitglieder das letzte Mal dabei. Bei den Tambouren ist dies
Massimo Servadei (Ueli 1876) sowie Alain Ritter (CCB), Chef der
Pfeifer-Jury. Beide wurden mit herzlichem Applaus verabschiedet.

Das Offizielle 2004 organisierten die Stammvereine Basler Rolli und
Giftschnaigge. Assistiert wurden sie von der AGB (Alti Glaibasler) und
Olympia. Dieses OK scheint nicht immer eine glückliche Hand gehabt zu haben.
Schon im Vorfeld tauchten von Aktivenseite her Klagen über mangelhafte
Koordination auf. Am Finaltag dann pfuschte ihm entweder die Zeithexe ins
Handwerk oder der aufgestellte Zeitplan war falsch konzipiert. Nachdem die
Siegerehrung bei den Jungen eine Viertelstunde später über die Bühne
gegangen war, verschob sich die Saalöffnung zum Finale der Alten um 26
Minuten. Ab dann hatte das OK den Ablauf im Griff, bis als Letzte die
Gemischtgruppen dran waren. Sie begannen später als vorgesehen, so dass der
letzte Ton des 10. Värs um 0.19 Uhr erklang. Da auch das Erstellen der
Ranglisten mehr Zeit beanspruchte als vorgesehen, begann die
Rangverkündigung kurz vor Ende der Geisterstunde. Als der letzte Ehrenbecher
überreicht wurde standen die Uhrzeiger auf 1 Uhr 18. So lange wurde das
Publikum schon lange nicht mehr auf die Folter gespannt. Auch mit der
Technik stand das OK auf Kriegsfuss. So war bei der Einzelkonkurrenz der
Alten, speziell bei den Tambouren, kaum zu verstehen, welcher Marsch
angesagt wurde. Zum Glück änderte sich das nach der ersten Pause.

Nächstes Jahr stellen AGB und Olympia das OK. Unterstützt werden sie dann
von Rätz und Sans-Gêne. Das Offizielle 2005 findet aber nicht, wie im
Programmheft angegeben, vom 12. bis 15. Januar, sondern erst eine Woche
später statt.

Weitere Informationen:

Homepage Offiziells Brysdrummlen und -pfyffe

Final-Ranglisten «Alti»

Final-Ranglisten «Jungi»