«Schnabelbryys» – und kein Ende. Das auf Basler Fasnacht Online (BFO) veröffentlichte Exklusiv-Interview mit Preisstifter Marcel Ospel hat die Gemüter bewegt und in den Medien grosses Echo gefunden. «Macht UBS-Boss Ospel die Fasnacht kaputt», fragt die Boulevard-Zeitung «Blick» in gewohnt provokativer Art heute sogar auf der Titelseite. Ab sofort ist das Theater um die Basler Schnitzelbängg also nationales Thema; das Organisations-Komitee hat es mit dem wenig schmeichelhaften Titel «UBS-Ospel kauft Schnitzelbängg – Basler stinksauer» geschafft, selbst die «MusicStar»-Finalisten für einmal in die Randspalten zu verdrängen.
«Bei den Schnitzelbängglern hat sich in den letzten Jahren kaum etwas bewegt», wird ein sicherlich zu Diskussionen Anlass gebender Auszug aus dem BFO-Interview mit Ospel im «Blick» zitiert. Daneben sind aber – wie schon in der Vergangenheit – dem Preissingen gegenüber fast ausschliesslich kritische Stimmen zu hören. Einzig Thommy Wöhrle von den «Bängg fir Basel» will dem Artikel zufolge «dem Ganzen eine Chance geben».
Damit steht er – zumindest was die organisierten Bänggler anbelangt – offensichtlich weitgehend alleine auf weiter Flur. «Wir wollen kein Wettsingen, wir wollen Fasnacht», hält eine Konsultativ-Kommission von Comité-Bängg, Basler Schnitzelbangg Gsellschaft (BSG), Verainigty Schnitzelbangg Gesellschaft (VSG) und Bebbi Bängg in einer heute veröffentlichten Medienmitteilung fest. Danach gefährde die ausgeschüttete Geldsumme insbesondere die Narrenfreiheit: «Kein Hund beisst bekanntlich die Hand, die ihn füttert.» Zwar richte sich die Verzichtserklärung nicht gegen die Initianten persönlich – doch: «Der Preis widerspricht unseren Ansichten diametral.»
Eines ist gewiss: Der «Schnabelbryys», an dem insgesamt eine Preissumme von 15’000 Franken ausgeschüttet wird (6000, 4000 und 3000 Franken für die drei Bestplatzierten sowie ein Grünschnabel-Nachwuchs-Preis mit 2000 Franken), dürfte gerade wegen diesen Irrungen und Wirrungen im Vorfeld mit grösster Aufmerksamkeit verfolgt werden. Wie OK-Mitglied Armin Faes gegenüber «20 Minuten» erklärt hatte, sei mit 25 Anmeldungen das Soll jedenfalls erfüllt. Neben den «Bängg fir Basel» stösst der Anlass zumindest auch bei den Schnitzelbängg des Comité 2000 auf offene Ohren – und man darf gespannt sein, wieviele organisierte Bänggler «ausscheren».
Weitere Informationen:
aktuelle BFO-Umfrage zum «Schnabelbryys»
Exklusiv-Interview mit Marcel Ospel
«Aktive verweigern sich» (Artikel von Basler Fasnacht Online)
zur «Blick»-Homepage
Artikel in «20 Minuten»



