Ein Sonnenstrahl fällt direkt auf die Pfälzler-Laterne. Der Centralbahnplatz à la Monet leuchtet förmlich. Solche Farbgebung würde Basel stehen, lassen sehr viele weitere Laternen durchscheinen. Auch die Hinterseite der Santihans-Laterne könnte kaum grüner ergrünen, während auf der Vorderseite der graue Beton nicht nur den Kiebitz erschlägt:
Dr Vorschlag mit dr graue Rose,
het dr Bluemefritz vrblose.
Die Alte Garde der Vereinigte Kleinbasler VKB lässt den Lällekönig die Zunge vom Messeturm auf die Clarastrasse strecken: «Alles Clara?!» Ebenfalls keine grossen Worte braucht die originell gebaute Architektur-Laterne der Opti-Mischte, die einen Jacques Herzog mit Heiligenschein zeigt, der über der Stadt wacht.
Zwei weitere «Könige» herrschen über die Laternen: Silvio Berlusconi und Pascal Couchepin. Leider nicht immer auf die feine, bissig-gereimte Art, sondern hin und wieder auch auf derbe Weise. So «treibts» Silvio beim Stamm der Spale Clique mit der italienischen Justizia und Pascal «sch…» beim Stamm der Basler Rolli auf den kleinen Mann. Dies ist halt die Kehrseite einer jeden Medaille. Von vorne feiert sich der Bundesrat als «l’Etat c’est moi». Die Rolli kommentieren:
Zum Iberläbe bruuchsch ä 6. Syle,
s isch zum Hyle
Auf der eindrucksvollen Laterne des Rhygwäggi-Stamms strahlt oben das Bundeshaus, und vom AHV-Gau verstrahlt krampfen darunter die Alten. «Die AHV macht die Buschi zur Sau» heisst es auf der Rückseite, die ein rauchendes Baby präsentiert.
Nicht nur mit der AHV gerät Couchepin ins Kritikfeuer der Laternendichter. Als «Sperminator» im Lustgarten Schweiz stellt ihn der Stamm der Alti Glaibasler dar. Ein regelrechtes Kunstwerk ist die Laterne des Stamms des Central-Club Basel, das von nah und fern betrachtet werden muss:
Vo dym private Gligg
gseesch do dausig Stigg.
Dr politisch Zwägg
gseesch vo wyt ewägg.
Aus den tausend Buschi erhebt sich von weitem ein goldener Thron für den Herrn Bundesrat. In die gleiche Kategorie teilt der Stamm der Alti Richtig gewisse lokale Politiker ein:
Ob Ei, ob Strau, e jedermaa
luegt nur die eigene Vorteil aa.
Weitere überzeichnete Starallüren finden sich beim golfenden Regierungsrat Schild, bei Globi, Fernsehdirektor Schellenberg, dem Papst, Arthur Cohn, Hakan Yakin und den Basler Wirten. Apropos: Die «Haute Cuisine» geniesst man jetzt nur noch am Fernsehen, sagen die Basler Dybli.
Von Genuss keine Spur, wenn Tausende auf 8848 M. ü. Müll gehen, leidet die Alte Garde des Barbara Clubs mit den Himalaya-Gipfeln mit. Auffallend auch der Gniesser-Cartoon über den «Mist(k)er(l) Corrupti» von der «Blöffair». Mit grösstem Vergnügen zu lesen zudem die Inserate-Seite des Schnooggekerzli-Stamms, wo billige Varianten von Flugzeugen («Swiss – The Carpet Crawlers»), Trolleybussen, Särgen, Blochern und Bushs («Ich helfe euch aus der Pace») zu finden sind. Treffender als der Wiehlmys-Stamm kann das Theater um den neuen Pass nicht verpackt werden: «Rien ne passe plus».
Frau Helvetia greift sich bei den Luuskaibe nochmals an den Kopf, über das, was alles den Bach ab schwimmt: Elmex, Ovo, Krankenkassen, Staatsfinanzen – nur Zanolari und Blocher blochen im Motorboot rheinaufwärts! Den heissen Sommer und das Baden im Rhein hat die Junge Garde der Vereinigte Kleinbasler ohne Worte herrlich schrecklich in zwei Bildern zusammengefasst: vorne das Gelage im Rhein, hinten die Rhybutzete.



