«Son e Siesse», sind die Kiebitze am Strassenrand ganz hin und weg vom kleinen FCB-Waggis mit der Fussballnase. Gross und Klein himmeln ihn an. Ihn lässt dies alles völlig cool. Er verteilt grosszügig seine Mini-Mars, lässt es ebenso generös Räppli regnen und grübelt bei einem Halt auch schon mal ungerührt in der Nase.
Die Rootsheere Stamm und Junge Garde sind mit ihren Bingissen – darunter eben der schatzige Waggis – unterwegs. Ystoh hiess es auf der Lyss. Von da gings bergab und -auf und -ab, durch enge Gassen und über den weiten Markt- bis zum Andreasplatz. «Uff», schnauft das rot-schwarze Waggis-Mädchen auf, «y bi scheen ins Schwitze koo.» Ihre Kumpanen sind an der Ecke stehen geblieben, um ihrem «Job» in der Menge besser nachgehen zu können.
Die Konkurrenz ist aber gross. Es wimmelt von Waggis an der Kinderfasnacht. Es gibt halt nichts Schöneres – auch an diesem Dienstag Nachmittag – als Kinder und, mit raffinierten extra langen «Kellen», Erwachsene zu «stopfen». Grade fährt der Wagen der Läggerli-Hagger vorbei. Er hat ein Mädchen im Schlepptau, das gnadenlos mit Räppli eingedeckt wird. Kurz darauf gehen die Nutzlose der Mutter am Strassenrand an den Kragen.
All die Arbeit macht hungrig. In jeder Ecke drängen sich Cliquen, Guggen oder Schyssdräggzygli, die eine Rast einlegen und ihre Bingisse verpflegen. Der kleine Ueli beisst mit Heisshunger in sein Schinkenbrot. Der Sträfling hängt am Thermoskrug. Pippi sitzt derweil ganz alleine auf dem Mäuerchen und kaut gedankenverloren an ihrer Fastenwähe.
Keine Pause gibts für die Kiebitze. Ihre Münder schlecken nonstop Süssigkeiten, und ihre Augen sehen sich an der Kostüm- und Larvenpracht satt. So viele herzige Prinzessinnen, wilde Tiger, scheue Dalmatiner, verwegene Piratinnen sitzen auf zum Teil überaus liebevoll dekorierten Wagen, Wägelchen und sonstigen Gefährten, wie etwa dem überlangen Trottinett oder dem FCB-Züglein. Selbst die Stubehogger sind per Velo unter dem riesigen Sonnenschirm unterwegs. Soeben zieht auch ein Delfin vorbei, die Wagenspitze ziert ein Schwimmring gefüllt mit Primeli. Ihm entgegen kommt der luxuriöse Dampfer «Queen Mary».
Das Gedränge nimmt auf den Strassen und Trottoirs immer noch zu. Familien hüben wie drüben. Familie Waggis führt ihr neues Leiterwägeli aus, die wunderschöne Vogelfamilie tänzelt mit ihrem Piepmatz daher, der auf seiner winzigen Trommel seine Dääfi mit Argusaugen hütet. Papa und Tochter Ueli gässlen an Mama und Tochter Marienkäfer vorbei, die auf einem Brunnenrand hocken und die Füsse für eine Weile baumeln lassen. Daneben lässt ein Tambour die Bingisse erste Ruess-Versuche auf seiner Trommel machen. Inmitten der schränzenden Tränefurzer täppelt ein ganz Kleiner stolz vorbei.
Die Rootsheere tauchen unterdessen gemächlich ins Gewühl auf dem Münsterplatz ein. Noch immer wippt die lustige Zipfelkappe unseres kleinen FCB-Waggis nimmermüde auf und ab. «Tschau Siesse!»



