BSG-Schnitzelbängg 2004: Bänggler geben Politikern Schauspiel-Tipps

7. März 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

«E scheeni Fasnacht!», wünschte der erste BSG-Bangg des Abends, d Schääreschlyffer, nach seinem Auftritt. Sie haben sich offenbar, wie wohl manch andere auch, noch nicht ganz an den Gedanken gewöhnt, dass die Fasnacht 2004 schon der Vergangenheit angehört. Wie auch immer – Fasnachtsstimmung herrschte am Samstagabend auf den drei Schiffen der Basler Personen-Schifffahrtsgesellschaft auf jeden Fall. Die neue BSG-Präsidentin und erste Frau an dieser Stelle, Trix Schmid, konnte die Zuschauer auf sechs praktisch ausverkauften Schiff-Decks zu einem vergnüglichen Abend begrüssen: Während letztes Jahr mehrere Formationen nur Höflichkeitsapplaus verbuchen konnten, kamen heuer mit ein, zwei Ausnahmen alle der 20 BSG-Bängg gut bis sehr gut an.

Vom Publikum gefeiert wurden etwa Die Gsalzene. Sie fragten sich unter anderem, warum denn Politiker nicht in die Schauspielerei wechseln sollten, wenn schon ein Schauspieler in Amerika Gouverneur-Würden erhält. Wahrlich gesalzen, was hier einige Politiker und Politikerinnen zu hören bekommen:

Fyr dr Muurer gäb’s e Hauptrolle im Film «Ueli dr Knächt»

D’ Regierung in Lieschtel miech sich in «Les Miserables» gar nid schlächt

Au d’Angi Merkel vo dr Dytsche CDU kennt do brilliere

und sich e Hauptrolle im Film «Die Wüste lebt – Teil 2» garniere.

In Robin Hood do wurd dr HaMatschu si Draumrolle bikoo

Als hoole Baum kennt er ganz unschyynbar und nutzlos umestoo.

Gut angekommen und seit 30 Jahren unterwegs sind auch die Gluggsi mit ihren Schwiegermutter-Versen, ebenso wie d Uffestuehler, die mit «gongrett krassen» Versen Integration betreiben. Ein neuer BSG-Bangg sind die drei Gliewiirmli, die in phantasievollem Kostümen ein ordentliches Debüt lieferten. Wer letztes Jahr den Abgang der Saifi Blooddere bedauerte, wurde heuer getröstet. Der über 80-jährige Bänggler trat nämlich als Dr Edeli mit frecher Lausbuben-Larve an und erfreute das Publikum unter anderem mit diesem Vers:

Vorgeschter ha-n-y s Mammi gfroogt, was haisst das: «AHV»?

Loos, gang zem Babbe, hett sy gsait, dää ergläärt dr s ganz genau

Druff sait dr Babbi, waisch das isch e Usschnitt uus em Lääbe

Und haisst, wenn s so wyterwurschtle, dr A(lti) H(offt) V(ergääbe)

Der Aigebreetler hatte mit «Brotherhood» (Bruderholz), «Baby Factory» (Frauenspital) und «la place pissoir» (Schifflände) einige Vorschläge für die mehrsprachige Ansagerei der BVB auf Lager, die ausserdem bei fast jedem BSG-Schnitzelbank mit ihrem (allzu) schnellen Fahrer vertreten war. So auch beim jüngsten Bänggler, der erst zehnjährigen Schloofkappe:

Im Dante Schuggi han ych hitt e Big Mäc verdruggt

D Lyt hänn mi numme aagstiert, do hani mi verschluggt

In Ziri derfsch ässe, die mache kai Mais

Und faare mit em Drämmli nit nääbem Gleis.

Mehrere BSG-Formationen hauten die Coop-Sammelaktion in die Pfanne und arg an die Kasse kam dieses Jahr Hakan Yakin, der mit seinem Wechsel-Spiel den Bängglern das Leben schwer macht:

Fir dr Hakan hän mir Väärsli welle schryybe

Iber Stuttgart, aaber mir hän s denn lo blyybe,

mir hän dänggt s wär nit derwäärt zem aafoo raime

bis zur Fasnacht isch dä Kaib wieder dehaime!

Zum Gelingen des BSG-Schlussabends trugen die Tambouren-Gruppe Basilicum und die Dalhousie Pipe Band mit nicht weniger als sieben Dudelsäcken bei, ebenso wie Paul Roniger, mit einer Hommage an den Zeedel-Dichter, der im Schatten der Laternen-Maler ein tristes Dasein friste. Roniger suchte ausserdem, selbstredend auch in Versform, nach einem möglichen Basler Stadtpräsidenten oder einer Stadtpräsidentin und kam zum Schluss, dass nur einer dies verdient hätte: Dr Schorsch von Haafebeggi II. Der Publikumsliebling bot auch in seinem 53. Jahr als Bänggler einen starken Auftritt und war das Schlussbouquet eines gutes BSG-Jahrgangs.