Aufholjagd kam zu spät – Revanche nicht geglückt

4. April 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Die entscheidende Szene spielt sich drei Minuten vor der ersten Drittelspause ab: Yysbääre-Stürmer Christian Dahler bringt die Scheibe alleine vor dem Gehäuse nicht an Oilers-Hüter Leber vorbei – und im Gegenzug reüssiert Winteregg. Obwohl vereinzelte Zuschauer im Bebbi-Fanblock eine Offside-Stellung gesehen haben wollen, steht es statt 2:2 plötzlich 1:3. Und als Hauger und Baier noch vor der Sirene auf 1:5 erhöhen, scheint die Sache gelaufen. Standing Ovations von den sich deutlich in der Minderheit befindlichen Fans der Staine Oilers, die wie alle der 214 Zuschauer in der ansehnlich besetzten St. Jakob-Arena ein Drittel ohne Abtasten gesehen haben. Taktische Zwänge sind beiden Teams fremd – manch ein Verantwortlicher des EHC Basel hat sich ob dieser spektakulären Spielweise wohl leise ein Tränchen aus dem Augenwinkel gewischt.

Die Oilers spielen in den ersten 20 Minuten ihre stocktechnische Überlegenheit aus, haben aber immer wieder Mühe mit den pfeilschnell und brandgefährlich vorgetragenen Kontern der Bebbi Yysbääre. Diese kommen zum zweiten Drittel motiviert von der Spielerbank zurück, und bereits nach wenigen Sekunden saust ein Gewaltskracher von Walter nur Zentimeter am Gehäuse vorbei. Doch auch als Yysbääre-Teamcoach Schärli wenig später zum 2:5 (22.) verkürzen kann, lassen sich die Oilers nicht aus dem Konzept bringen: Flück, der kurzfristig aufgebotene Hauger sowie Winteregg mit einem sensationellen Slapshot von der blauen Linie erhöhen das Skore bis zur 37. Minute auf 2:8.

Duplizität der Ereignisse zu Beginn des dritten Drittels: Nach lediglich sieben (!) Sekunden vergibt wiederum Walter eine Grosschance: Oilers-Keeper Leber hext den Puck mit seiner Fanghand aus dem Lattenkreuz. Nachdem Gautschi wenig später (46.) den Vorsprung auf 2:9 ausbaut, ist das Stängeli greifbar nahe – doch die Yysbääre beweisen Moral. Das im Vergleich zur ersten Auseinandersetzung (4:8) auf der Kunschti Margarethen im vergangenen November auf zahlreichen Positionen verjüngte Team kann nun seine konditionelle Überlegenheit ausspielen: Als Walter, Florian Uehlinger (2) und Zumstein innert fünf Minuten zum 6:9 verkürzen, wanken die Oilers kurzzeitig. So kommen die Yysbääre selbst in Unterzahl zu zahlreichen Chancen, einen Shorthander zu erzielen – doch letztlich retten sich die Oilers über die Zeit.

Beide Teams bewiesen über weite Strecken, dass hochstehendes Eishockey – im Gegensatz zur gegenwärtigen Playoff-Serie in der Schweizer Nationalliga A – nicht zwingend mit versteckten Fouls und einer überharten Gangart zelebriert werden muss. A-würdig auch das Publikum, das mit zahlreichen Transparenten und verschiedenen Sprechchören seine Lieblinge anfeuerte. EHC-Sportchef Ueli Schwarz hielt sich offensichtlich gut getarnt im Hintergrund auf – gut möglich aber, dass Namen wie Winteregg, Hauger, Schärli oder Uehlinger schon bald auf der Transferliste auftauchen werden.

BEBBI YYSBÄÄRE – STAINE OILERS 6:9 (1:5, 1:3, 4:1)

St. Jakob-Arena, Basel. – 214 Zuschauer.

Tore: 2. Müller 0:1. 6. Baier 0:2. 14. Kaltenbach 1:2. 18. (17:02) Winteregg 1:3. 18. (17:56) Hauger 1:4. 20. Baier 1:5. 22. Schärli 2:5. 24. Flück 2:6. 28. Hauger 2:7. 37. Winteregg 2:8. 46. Gautschi 2:9. 50. Walter 3:9. 52. F. Uehlinger 4:9. 54. F.Uehlinger 5:9. 55. Zumstein 6:9. – Strafen: Bebbi Yysbääre 2×2 Minuten.

Bebbi Yysbääre: Urs Vogt; Däni Varni, Dominik Varni, David Vogt, Manuel Vogt, Raphael Baumann, Mischa Dahler, Urs Witta, Urs Uehlinger; Timo Dahler, Christian Dahler, Pascal Bögli, Stefan Künzli, Florian Uehlinger, Reto Frei, Reto Kaltenbach, Simon Walter, Christian Meyer, Walti Zumstein, Dänny Schärli, Beat Baltis.

Staine Oilers: Patrick Leber; Dominik Baier, Roger Camenisch, Jogi Christeller, Lukas Flück, Heinz Frank; Peter Gautschi, Stefan Gutknecht, Florian Keller, Michel Mesmer, Daniel Müller; Luc Musy, Matthias Rutschmann, Christian Schwyn, Patrik Sigrist, Stefan Winteregg; Patrick Hauger.

Bemerkungen: 43. Leber hält Penalty von Uehlinger. Bebbi Yysbääre gewinnen das anschliessende Penaltyschiessen mit 3:1 (Kaltenbach, Baltis, Witta; Hauger).