Bebbi, Brienzer und Pocher

13. Mai 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Preisfrage: Was machen die Basler Bebbi, wenn sie nicht gerade fasnächtliche Klänge nach Japan exportieren, einen fantastischen «Fritzli» auf die Drummeli-Bühne zaubern oder gut gepanzerte Mitfasnächtler in der St. Jakob-Arena zum sportlichen Wettstreit herausfordern (Basler Fasnacht Online berichtete)? Richtig: Sie versetzen am Auffahrtstag Basel zumindest für einige Stunden in die Urschweiz. Bereits zum wiederholten Male zeichnen die Bebbi am 20. Mai nämlich – in Zusammenarbeit mit dem Baselstädtischen Schwingerverband – für die Organisation des Baselstädtischen Schwingertages auf dem Sportplatz Sandgrube (beim Badischen Bahnhof) verantwortlich.

Und dieser darf sich sehen lassen: Mit Thomas Arnold, Markus Birchmeier, Stefan Strebel und Thomas Zindel sind gleich vier eidgenössische Kranzschwinger am Start. «Wir geniessen in Basel einen Sonderstatuts», freut sich Rolf Klarer, technischer Leiter des Schwingerverbandes Basel-Stadt und ehemaliger Spitzenschwinger. «Schuld» daran sei mitunter die tolle Stimmung, die rund um das Sägemehl inmitten der urbanen Umgebung herrscht. Gemäss Medienchef und Bebbi-Pfeifer René Häfliger werden rund 4000 Zuschauer in der Sandgrube erwartet.

Der fasnächtlich-schwingerische Schulterschluss führt dazu, dass auch das Rahmenprogramm kontinuierlich ausgebaut worden ist: So wird in diesem Jahr erstmals ein grosses Festzelt aufgestellt – auf der zusätzlichen Showbühne werden die Sissacher Holzmusik, das Schwyzerörgeli-Trio Neuhof sowie verschiedene Alphornbläser und Fahnenschwinger für das originalgetreue Ambiente sorgen.

Die 85. Auflage des Baselstädtischen Schwingertages sprengt sogar den nationalen Rahmen: Olli Pocher und sein Team des deutschen Privatsenders Pro 7 («Rent a Pocher») werden den ganzen Tag hindurch Aufnahmen machen – und als Höhepunkt wird der Star-Moderator gegen einen Spitzenschwinger zum Schaukampf antreten. Allenfalls fällt die Entscheidung auch dort mit einem «Brienzer», wenn der schwungausführende Schwinger seine rechte Hand vom Gurt zum Gestössgriff wechselt, eine Drehung nach rechts macht und mit dem linken Arm über die Schulter oder den Nacken des Gegners auf dessen linkes Gestöss greift, gleichzeitig mit dem linken Bein am rechten Bein des Gegners einhängt, das Bein hochspreizt und ihn mit einem kräftigen Ruck nach vorn kopfüber auf den Rücken wirft. Aber wem erzählen wir das? Auf in die Sandgrube.

Weitere Informationen:

Eidgenössischer Schwingerverband