Eine Tradition geht zu Ende: Frauen in der VKB

5. Juni 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Die Vereinigten Kleinbasler 1884 stehen ab sofort auch Mädchen offen. Dies beschlossen die VKB-Mitglieder gestern Abend an ihrer Generalversammlung. 71 Prozent der Anwesenden sprachen sich dafür aus, dass künftig auch Mädchen und Frauen bei der ältesten Basler Stammclique Fasnacht machen dürfen, 27 Prozent waren dagegen, zwei Prozent enthielten sich der Stimme. «Es gab Diskussionen, aber die Stimmung während der Versammlung war gut und friedlich», versicherten mehrere VKB-Mitglieder.

Der Antrag, dass künftig auch das weibliche Geschlecht bei der VKB trommeln und pfeifen darf, ging von einem aktiven Einzel-Mitglied aus. Die für die Statutenänderung notwendige Zweidrittelmehrheit kam an der Generalversammlung locker zustande. Noch vor gut drei Jahren waren nur 57 Prozent dafür, dass die VKB keine reine Männerclique mehr sein soll. Beim zweiten Versuch hat es nun geklappt. «Es ist für alle eine neue Situation», sagte VKB-Obmann Christian Manzoni kurz nach der Entscheidung gegenüber Basler Fasnacht Online. «Einerseits kommt nicht die grosse Freude auf, weil nun eine langjährige Tradition zu Ende geht. Anderseits ist dies ein Neuanfang und eine neue Perspektive ist immer positiv.»

Der Grund für die Öffnung der VKB ist mangelnder Nachwuchs. «Wobei es kein generelles Nachwuchs-Problem ist, sondern es fehlen nur Pfeifer», versichert Manzoni. «Es bestand die Gefahr, dass die VKB eine reine Tambouren-Gruppe wird.» Dies sei aber keineswegs nur ein Problem der Männercliquen, sondern aller Stammcliquen. Es sei auch nicht unbedingt klar, dass mit der Aufnahme von Mädchen das Nachwuchs-Problem gelöst sei, denn immer mehr Mädchen wollten trommeln, so der VKB-Obmann.

Mädchen bis zum 14. Altersjahr können ab sofort bei der Jungen Garde der VKB mitmischen. «Sie sollen mindestens vier Jahre, also für die Dauer einer typischen Trommel-Ausbildung, dabei sein, bis sie in den Stamm übertreten; wir wollen keine Quereinsteiger», begründet Manzoni diese Regelung. Im Jahr 2012 geht die gestern beschlossene Übergangsfrist zu Ende, und ab dann können alle fasnachtwilligen Frauen der VKB beitreten. «Wenn wir uns in etwas einig waren dann darin, dass wir nach der Jungen Garde keine getrennte Gruppen, sondern einen gemischten Stamm wollen», fasst VKB-Obmann Christian Manzoni den historischen Abend zusammen.

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