Mit der Spale-Clique unterwegs auf «Betteltour»

15. Oktober 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Bereits zum sechsten Mal führte die Basler Guggemuusig Gemeinschaft BGG ihren Sternmarsch durch. Organisiert wurde der unter dem Patronat der Bürgergemeinde Basel stattfindende Anlass durch die Pumperniggel. Der Erlös der Sammelaktion geht dieses Jahr an die Basler Sektion der «Schweizer Vereinigung der Eltern blinder und sehbehinderter Kinder». Nach dem Eintreffen auf dem Marktplatz gab jede der acht Formationen ein kleines Platzkonzert. Dabei reichte die Palette vom Gassenhauer über Glenn Miller bis hin zum «Nabucco-Chor» von Guiseppe Verdi. Neben der Werkfeuerwehr «Roche» nahm mit der Spale-Clique erstmals ein Stammverein teil. Basler Fasnacht Online begleitete sie auf ihrer Sammeltour vom Spalentor bis auf den Marktplatz.

Die heitere Stimmung bei der Spale-Clique steht in krassem Gegensatz zum garstigen Herbstwetter, als sie sich unter dem Spalentor für den Sternmarsch bereitstellen. Kurz vor 19 Uhr ertönt das Kommando «’s Spaledöörli, vorwärts, Marsch». Begleitet von zwei Polizisten und zwei Mitgliedern der Roche-Feuerwehr setzt sich der imposante Zug Richtung Rümmelinsplatz in Bewegung. Hinter der Standarte, welche von zwei Steckenlaternen flankiert wird, folgt der bunte Haufen des Vortrabes. Die Kinder haben weisse Luftballons mit der Aufschrift «visoparents» in den Händen. Die Pfeifergruppe marschiert in dreizehn Fünferreihen, die Tambouren in sechs Viererreihen. Mit dem «Dudelsack» geht es an staunenden Passanten vorbei den Spalenberg hinunter. Dabei werden eifrig die Sammelbüchsen geschwungen. Nach dem «Saggodo» gibt es auf dem Rümmelinsplatz eine Verschnaufpause. Vom nahen Marktplatz her hört man die Ohregribler, welche als erste Gugge auf dem Marktplatz eingetroffen waren. Durch die Schneidergasse schränzen die Räpplischpalter. Vor dem Hotel Basel geben sie ein kleines Platzkonzert. Fröhlich erklingt, dem Wetter zum Trotz, ihr «You are my sunshine».

Während der Pause kommt eine Frau mit einem weissen Blindenhund an der Leine auf mich zu. Sie erzählt, der Hund gehöre ihrer Tochter. Diese sei sehbehindert, was zur Folge habe, dass sie keine Anstellung bekomme und daher arbeitslos sei. Obwohl sie in Genf leben, kommt die Tochter jedes Jahr nach Basel, um mit der Spale-Clique Fasnacht zu machen. Ein bewegendes Schicksal, dass gut zur Sammelaktion passt.

Fast zur vorgeschriebenen Zeit marschiert die Spale-Clique mit der «Retraite» auf dem Marktplatz ein. Die Bühne, auf welcher die Gruppen nach der Ankunft ihre Konzerte geben ist für sie fast zu klein. Doch eng zusammengerückt begeistern sie mit «Auprès de ma Blonde», dem «San Carlo» und ihrem Hausmarsch, dem «Spaledöörli».

Bereits kommen aus der Freien Strasse die Rätsch-Beeri, und nach ihnen die Räpplischpalter. Sie bringen leichten Nieselregen mit, so dass für kurze Zeit die Schirme aufgespannt werden. Die Gugge Mohrekopf marschiert von der Hutgasse her zur Melodie «Zehn kleine Negerlein» auf. Danach erfreuen die Glaibasler Schränz-Brieder mit einem schaurig-schönen «Z Basel an mym Rhy». Als letzte Formationen unterhalten noch die Grunz-Gaischter und die Orginal Chnulleri die ausharrenden Fans. Zum Abschluss gibt es um 21.40 Uhr ein Monsterkonzert mit allen acht beteiligten Guggen. Dabei hält sich die Zahl der Musikanten und jene der Zuhörer in etwa die Waage. Und dann heisst es «Sali zämme, bis zem nägschte Joor».