Pfyfferli 2005: Herausforderung bestanden

6. Januar 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Ohne das Musikalische schmälern zu wollen: Die Höhepunkte finden sich im textlichen Teil. Hier wird mit viel Wortwitz agiert und mit spitzen Hieben Richtung «Berufsbasler» und «-fasnächtler» nicht gespart. Nicht zuletzt zuständig ist dafür Urs Bosshardt, der «Basler mit östlichen Wurzeln», der den Bebbi gehörig den ostschweizerischen Spiegel vorhält.

Die gloriose Verbindung von Musik und Text gelingt dann vor allem in der Nummer vor der Pause. Das gesamte Ensemble, in das die beiden Neuen, Colette Studer und Mirjam Buess, hervorragend integriert wurden, holt zu Melodien aus Mozarts Zauberflöte zu einem grandiosen Rundschlag durch die regionale, nationale und internationale Politik aus. Zum Totlachen dabei Dani von Wattenwyl als Hakan Yakin, der bald als zweiter Ersatz den FC Röschenz verstärken wird.

Spätestens da hatte man den sehr gewöhnungsbedürftigen Prolog vergessen, in der sich das Ensemble als Riesenbabies unappettitlich räkelte, sich von mässiger zu schenkelklopfender Pointe hangelte, und man schon befürchtete, es höre niemals auf. Zum Glück sorgte Peter Richner mit der darauf folgenden Nummer «D Fasnacht am Stroosserand» schnell wieder dafür, dass man in den leisen und doch bissigen Tönen schwelgen durfte, die das «Pfyfferli» schon im vergangenen Jahr auszeichneten.

Der Prolog war aber auch wirklich die einzige Nummer, die nicht befriedigen konnte. Egal, ob sich danach Colette Studer mit alltäglichen Problemen wie dem Reissverschluss abmühte oder das Ensemble mit schon fast Kreislerschem Sarkasmus Ferien in Guantanamo anbot – es war fasnächtliches Kabarett vom Feinsten.

Keineswegs nur als Pausenfüller zwischen den teils bissigen, teils humorigen Text-Nummern präsentierte sich das rein musikalische Programm. Dies war von den «Pfyfferli-Pfyffer», mehrheitlich aus der «Bajass Alte Garde», und den «Pfyfferli-Tambouren» auch nicht anders zu erwarten. Eigentlich fast schade, dass sie nur so wenige Auftritte hatten. Und wenn wir gerade bei «schade» sind: Von Colette Greders nostalgischer Nummer – Sie wissen schon: «Daas isch dä Schritt, wo…» – hätte man sich mehr als nur den Refrain gewünscht. Arth Paul schliesslich für die musikalische Leitung zu loben, hiesse schon fast, Wasser in den Rhein tragen.

Bleiben noch die beiden Schnitzelbängge. Die «Striggedde», wie immer mit zündendem Refrain, zeigte ein gutes Programm, wurde aber im zweiten Teil vom «Peperoni» noch übertroffen, der mit seinen einfachen, lakonischen Versen für brüllende Lacher sorgte.

Alles in allem eine glänzende Premiere des «Pfyfferli05», bei der die fast unvermeidlichen Pannen auf eine lockere, sympathische Art überspielt wurden. Kein Wunder, hat es nur noch wenige Karten und mussten noch zwei weitere Zusatzvorstellungen eingeschoben werden.

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NEU Foto-Galerie von der Vorfasnacht 2005