Sieben Zwerge fragen sich im Prolog denn auch gleich, wie märchenhaft die Basler
Regierungsratswahlen waren. Weder der «Hamatschu-Zwerg» noch der
«Ueli-Zwerg» können die Frage genau beantworten, grüne Kostüme tragen sie
nichtsdestotrotz…
Die «Hofnaare», ein Dutzend Pfeiferinnen und Pfeifer unter der Leitung von
Charly Janser, eröffnen vor Märchenwald-Kulisse den fasnachtsmusikalischen
Teil mit «die kleinen Finken» in farbenprächtigen Kostümen.
Den Pfeifern folgen die Tambouren, die Trommelgruppe
«Octopuls» unter der Leitung von Rolf Schlebach führte zum ersten Mal
Ivan Kym’s Marsch «Duplex» auf. Vier Bebbi und vier Rampasse stehen in den
entsprechenden Kostümen auf der Bühne, sauber von einander getrennt zwar,
aber zumindest trommeltechnisch sind Stadt und Land im absoluten Einklang.
«Märli oder nit?» – Die Frage bleibe dahingestellt.
Im folgenden Raamestiggli machen sich Häbse H.J. Hersberger, Eugen Urfer und
André Schmidt über eine albernen Touristin (Hedy Kaufmann) aus unserem
nördlichen Nachbarland lustig, die statt in der Tutanchamun-Ausstellung beim
Beschwerdebüro des Baudepartements gelandet ist. Was nicht weiter verwunderlich
ist, so das Fazit des Raamestiggli, die Warteschlangen sind gleich lang und
veraltete Objekte gibt es auch bei beiden…
Grosses Gelächter, als sich der Vorhang nach der nächsten musikalischen
Einlage der «Hofnaare» zusammen mit Heinz Wirz (Piano) öffnet. Patrick
Allmandinger parodiert gelungen und unverkennbar eine bekannte Basler
Persönlichkeit im Koch-Fernsehstudio. Gast in der Sendung «Kuchi
Gschnätzlets» ist eine gewisse Basler Politikerin, die bei den
Regierungsratswahlen ein schlechtes Resultat erzielte. Schlecht kommt
es offenbar auch, wenn SVP-Politikerin und Fernsehkoch sich gemeinsam an den
Herd stellen, Almi alias -minu mag sein Menü jedenfalls zum Schluss selbst
nicht essen…
Kurz vor der Pause betritt mit dem «Tam-Tam» dann ein Bangg die Bühne, die
vor allem mit ihrem Vers über Basler Polizisten und die neuen Bebbi-Säcke
Lacher verbuchen können. Unübersehbar die Parallelen zwischen den beiden,
allerdings stehen die einen nur am Montag an der Strasse, so das Fazit dieses
gelungenen Vers.Die letzten Minuten vor der Pause gehören wie immer im Mimösli einer Guggemusik, bei
der Premiere heizten die «Träne-Furzer» ein, in der zweiten Hälfte des
diesjährigen Mimösli-Saison werden es die «Ventilatore» sein.
Die Gruppe «Octopuls» eröffnet den zweiten Mimösli-Teil mit einer weiteren
Solo-Nummer und vollem Körpereinsatz, statt Trommelschlegel kommen Hände und
Plastikbecher zum Einsatz. Die Spannung steigt, als halbvolle Biergläser die
Becher ersetzen, was damit geschieht sei hier noch nicht verraten… Wenig
überzeugend hingegen das nächste Raamestiggli mit den drei Königen, die sich
wundern, dass einem bei der lokalen Zeitung die Kultur vor die Füsse fliegt,
eines der wohl häufigsten Themen der diesjährigen Fasnacht ist lanciert…
Im Raamestiggli «Gedangge sin frey» kommen auch die noch nicht erwähnten
Ensemble-Mitglieder Nicole Loretan und Bianca Meesters zum Einsatz und
machen in einer Talkshow unangenehme Bekanntschaft mit einem
Gedankendetektor. Nach einem letzten gemeinsamen Auftritt der Pfeifer und
Tambouren geben «D Joggeli» ihre Verse zum Besten, die beliebten
Schnitzelbangg-Sujets Papst, Hamatschu und Zubi kommen zum Zug, sehr gelungen bei
den «Joggeli» dass ihre Pointen meistens bis ganz zum Schluss im
Dunklen bleiben.
Und dann stieg im Häbse-Theater die Spannung, die Überraschungsnummer, die
der Hausherr des Häbse-Theaters immer eisern geheim hält, stand auf dem
Programm: Die beiden Piccolo-Virtuosen «Thomas&Thomas» (Thomas Heid und
Thomas Weber), die jeweils in der «Stargast»-Nummer auftreten, bekommen
ernsthafte Konkurrenz; optisch äusserst gelungen, wie die zwei Westschweizer
Musiker Alexandre Cellier und Jean Duperrex als jüngere Ausgabe der beiden
Piccolo-Clowns «Thomas&Thomas» auftreten. Als das Quartett dann loslegt, ist
von Konkurrenz freilich wenig zu spüren beziehungsweise zu hören, zwar
stören sich die vier manchmal gegenseitig mit immer fantasievolleren
Instrumenten, enden aber immer im Einklang, die «Abfall-Musiker» des Musicals
«Stomp» lassen grüssen. Als Höhepunkt werden gar einer Karotte Töne entlockt.
Das Publikum vergisst bei dieser grossartige Nummer schnell,
dass mit den in der Deutschschweiz wenig bekannten Duperrex und Cellier für
einmal kein bekannter Stargast auf der Mimösli-Bühne steht.
Und dann stehen beim Epilog auch schon wieder Märchenfiguren auf der
Bühne und ziehen Fazit des kurzweiligen Programms, Probleme und Problemchen
der Baslerin und des Baslers werden noch einmal zusammengefasst. Das Mimösli
enthalte wie ein richtiges Märchen viel Verdriessliches und ende schön, kann
es aber - Spieglein, Spieglein an der Wand – das schönste im Land sein? Nicht
ganz, so das Fazit des Ensemble, denn die Schönste kann in unserer Stadt nur
Frau Fasnacht selber sein…



