33 Mool schloofe . . . bis zem Morgestraich

12. Januar 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Woher stammt eigentlich die Redensart: «Du kunnsch wider emool
hindedryy wie die alti Fasnacht!», die darauf hinweist, dass etwas völlig
veraltet ist? Wir finden eine Antwort bei Rudolf J. Ramseyer in der «Berner
Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde» (Heft 4, 2001): «Jesus Christus
fastete 40 Tage in der Wüste; deshalb dauert die Fastenzeit für die
Gläubigen seit dem 4. Jahrhundert von Aschermittwoch nach Invocavit 3 bis
Ostern ebenfalls 40 Tage. Bereits im 7. Jahrhundert werden die Geistlichen
verpflichtet, für ihr Seelenheil sieben Tage länger zu fasten. Ihre
Fastenzeit beginnt deshalb eine Woche früher, am Mittwoch nach Estomihi 4,
und dauert 47 Tage bis Ostern.

Wie die «gewöhnlichen Leute» vergnügen sich natürlich auch die Geistlichen ­
und mit ihnen die weltliche Obrigkeit ­ vor der Fastenzeit mit köstlichen
Speisen. Ihr Fest am Sonntag Estomihi heisst Pfaffenfastnacht,
Herrenfastnacht oder auch ­ weil sie später verordnet wurde und jünger ist ­
junge Fastnacht. Die Fastnacht der Ðgewöhnlichen Leuteð, eine Woche später
am Sonntag Invocavit, ist die Bauernfastnacht oder alte Fastnacht, uralter
Feuerbräuche wegen auch Funkensonntag genannt. Zur alten Fastnacht gehört
der wichtige Hirsmontag, denn auf ihn konzentriert sich nach der Reformation
immer mehr das fastnächtliche Treiben.» Damit Sie bei der nächsten
Diskussion darüber nicht wie die alte Fasnacht hinterherkommen. . .

Weitere Informationen:

alle Artikel der bz-Serie in der Übersicht