Almi und Salvis Fasnachtskiechli feiert das zehnjährige Jubiläum. Die Promis kommen und spendieren den beiden eine Standing Ovation. Das haben sie allerdings letztes Jahr auch schon gemacht…
Am Premièrenabend für das Fasnachtskiechli geben sich mittlerweile einige Basler Promis die Ehre. Almis Wunschgast (gemäss Programmheft) Roger Federer hat es auch in diesem Jahr nicht geschafft. Dafür aber wurde der Comité Obmann Christoph Bürgin gesehen, Alt-Charivarist René Roth, Werner Schneeberger mit den Gästen aus Riehen, der Chef-Plakatierer Senn und Roland Vögtli. Und auf die Schnelle auch zwei Regierungsmitglieder: Sabine Pegoraro aus Liestal und Baschi Dürr. Ihn angesprochen auf die Erwartungen meint er in weiser Voraussicht: „Ich erwarte schon Sprüche über mich. Hauptsache sie sind gut. Dann habe ich auch meine Freude daran“. Baschi Dürr konnte den Abend geniessen: Von den gefühlten 100‘000 Pointen an diesem Abend waren nur eine Handvoll über ihn…
Die Geschichte des Jubiläumskiechli ist schnell erzählt. Und spiegelt sich in den Reaktion meiner direkten Sitznachbarn zur Linken und zur Rechten… Während dem sich die beiden Frauen rechts von mir beinahe die Lungen aus dem Laib lachten, klatschte die gut eingepackte Dame links genau bei einem Stück. Und genau so kommt das Programm daher: Grundsätzlich ist alles lustig. Und vor allem unglaublich authentisch und perfekt vorgetragen. Aber die kabarettistischen Stücke sind dermassen unterschiedlich, dass sie auch unterschiedlich bei den Gästen ankommen. Da bringt Almi ein Solo-Stück als Teufel, dessen Text eine Beschimpfung des Publikums ist, gemischt mit belehrenden und hart am rechten Rand geführten, sehr direkten Ansprachen (Almi bewegt sich direkt im Publikum). Da blieb sogar meinen beiden Nachbarinnen das Lachen im Hals stecken. Lustig kann man so was nicht finden. Allenfalls gut. Scharf. Zum Nachdenken oder gar zum Selbstschämen. Momente später spielt Salvi den koranverteilenden Moslem, dem der Therwiler Passant den Handschlag verweigert und der Aufforderung LIES nicht nachkommt. Es darf wieder gelacht werden…
Unschlagbar sind die beiden bei ihrem Kerngeschäft: Dem verbalen Schlagabtausch beim Goschdymwechsel auf der Bühne (Gratulation zu dieser Idee!). Oder wenn Almi die Fasnächtler imitiert (ansatzweise im ersten Teil und als grandiose Schnitzelbangg-Imitation im zweiten Teil). Oder – mein persönlicher Höhepunkt – wenn die beiden singend, durch die sehr spezielle aber ausgezeichnete Mini-Big-Band von Dani Sparn begleitet – einen Zürcher und einen Basler geben, die jeweils in der andern Stadt arbeiten müssen und ein grosses Heimweh haben. Grossartig.
Kompliment auch an die Dani Sparn-Band: Sie füllt eigentlich die ganze Bühne aus, ist permanent präsent, erdrückt aber nie die beiden Protagonisten und spielt fetzig und sehr einfühlsam. Das Experiment ist geglückt, auch wenn es wahrscheinlich eher nicht in dieser Form wiederholt werden dürfte.
Aber eben: Man kann sich als Beobachter lange Gedanken machen, ob der eine Text jetzt lustig ist oder der andere zu rechts. Es macht auch keinen Sinn darüber nachzudenken, ob das Fasnachtskiechli jetzt wirklich Vorfasnacht ist oder fasnächtliches Kabarett oder was denn auch. Es ist auch obsolet, darüber zu sinnieren, ob nun die beiden mehr singen sollen oder nicht. Denn wenn Almi und Salvi nach der Pause in Bikinis und Badekappe auf der Bühne auftauchen, dann sind alle diese Fragen nicht mehr wichtig: Der Saal tobt. Das Scala erzittert und jede der Pointen von den überdrehten Figuren knallt in den Saal und sitzt. Egal wie hoch sie gerade geflogen ist. Und wenn die beiden dann noch das Synchronschwimmen parodieren, dann tun mir alle leid, die darüber nicht lachen können!
Das ist Almi und Salvi und Fasnachtskiechli at its best. Das ist was sie wollen. Und das ist genau das, was das Publikum seit 10 Jahren erwartet. Und genau so werden die beiden unglaublichen Jungs noch 10 Jahre weitermachen. Denn diese Veranstaltung hat ihren Platz gefunden und darf ihn behalten. Wenn das jemandem nicht (mehr) gefällt, ist die Auswahl ja gross in Basel. Und sein Platz wird sicherlich rasend schnell besetzt sein. Irgendwann, ich würde es Almi richtig gönnen, vielleicht auch durch Roger Federer ….
Das Fasnachtskiechli spielt im SCALA an der Freien Strasse 89 in Basel. Dernière am 25.2.2017. Informationen über Restkarten bei www.fasnachtskiechli.ch



