Ist es Ihnen eigentlich Wurst, wer vor vielen Jahren den Grundstein
zum heutigen Fasnachtsbeginn gelegt hat? Sollte es nicht. Bell hiess der
Mann nämlich. Samuel Bell. Bekannt geworden ist er vor allem wegen des
«Bellschen Morgestraichs» von 1833. Doch beginnen wir einige Jahre früher.
Im Jahre 1773 existierte in Basel ein Nachttrommelverbot, Tambouren
durften erst ab 7 Uhr früh musizieren. Einzelne Ausnahmen gab es. So etwa
im Jahre 1797, als die Fasnacht bereits einmal um vier Uhr mit Schiessen und
Trommeln begann oder anno 1804. Damals wurde von der Obrigkeit das
Trommeln zur Eröffnung der Fasnacht ausnahmsweise schon ab fünf Uhr erlaubt.
Die eigentliche Wende hin zum Morgestraich in den frühen Morgenstunden
begann dann aber erst 1833. Der als aufmüpfig bekannte Gastwirt
und Metzger Samuel Bell soll laut damaligen Polizeiberichten am 27. Februar
mit rund 150 «Spiessgesellen» verbotenerweise um drei Uhr früh den
Morgestraich begangen haben. Polizei und Standestruppe sahen sich
ausserstande, das Verbot durchzusetzen zu gross war die Masse der
Fasnächtler, die einzeln oder in Gruppen durch die Stadt zogen.
Der «Bellsche Morgestraich» dürfte Hauptursache dafür gewesen sein,
dass die Obrigkeit im Jahre 1835 erstmals die Erlaubnis für die Durchführung
des Morgestraichs ab vier Uhr früh gab. 1835 übrigens, weil nach der
Niederlage der Basler am 3. August 1833 während des Bürgerkriegs um
das Baselbiet für 1834 öffentliche Veranstaltungen zur Fasnacht untersagt
worden waren.
«Che bello!», sagt an der Fasnacht gewiss ein fasnachtsbegeisterter Secondo,
wenn die Tambouren der Märtplatz-Clique vorbeimarschieren. Diese
sind nämlich «Bell¹sche Spiessgesellen». Und die Bell AG, die von Samuel
Bells Enkel gegründet wurde, hat zum Andenken an den speziellen Morgestraich
von 1833 eine handgegossene Plakette aus Zinn kreiert.
Ist es Ihnen Wurst, wie diese aussieht? Sollte es wieder nicht. Es ist
nämlich eine…
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