Selbst die Sonne kann am Zyschtig-Nachmittag nur
strahlen, wenigstens
anfänglich. Bis die Bise wieder einsetzt und leichte Schneeflocken über die
Menge tanzen. Oder sind es Räppli? Denn das Räppli-Schiessen ist der Binggisse liebste
Beschäftigung. Die ganz Haimlifaissen schleichen sich von hinten an, lassen
die Räppli aus Sieben an langen Stangen auf Köpfe regnen oder stopfen junge
Kiebitzinnen.
Mit grossen Augen schaut der kleine Pirat dem Treiben zu. Da fliegt ihm ein
Schleckstengel um die Ohren. Er hebt ihn auf, strahlt bis über beide Ohren
und versorgt ihn sorgfältig in seiner
«Schatztruhe». Er wolle ihn aufsparen, sagt er zur Grossmutter. Den kleinen
Wollknäueln im Striggede-Wagen steht der Sinn aber gleich jetzt nach Süssem,
und sie stecken sich das
klebrige Zeug in den Mund.
Das findet der kleine Clown am Strassenrand gar nicht lustig und
trompetet: «He Waggis, gib mer ä Täfi!» Strafend schaut ihn die Kleine vom
Wagen herab an, hebt ihre Faust, unbewusst
streckt sie ihre Zunge raus und pfeffert dem Clown schwarze Räppli ins
Gesicht. «Nimm die, dasch gsünder», sagt ein Pierrot altklug und streckt dem
Clown eine Orange hin.
Da werden sie praktisch von einer Gugge überrollt, in deren Mitte ein
kleiner Trommler mit hoch erhobenem Kopf eifrig seine Schlegel herumwirbelt.
Hinter ihnen her rollt ein kleiner Waggis-König auf seinem hohen Thron.
Und auf einer grossen Welle schwappen auch die Gassebrieder mit ihrem
schön dekorierten Fischboot
und den herzigen Fischli drin. Ihre Kostüme wie auch das des märchenhaften
Froschkönigs sind
dem Wetter angepasst, während die kleine Prinzessin mit ihrem Schleier, der
immer wieder vom Winde verweht wird, etwas Mühe bekundet. Schadenfreudig
grinsen deswegen die Trotz-
knepf in ihren warmen Leopardenfellen. Doch dann fahren sie erschreckt
zusammen, ein riesiger Staibock-Waggis dreht seine Rätsche. Die
kleinen Kiebitze jubeln und geben ein Echo mit ihren «Instrumenten».
Da schweben ein paar Feen heran und halten die Strasse frei für den
Riesenzug der Fuegefäger. Die vielen Binggisse, die von der Gugge
mitgenommen oder mitgetragen werden, schränzen begeistert die Sambarhythmen
mit. Da hört die kleine Alti Dante ihr Telefon nicht mehr läuten, das sie in
ihrem Leiterwägeli mitführt. Den Wildsey-li ist das egal, sie haben
ihrem Namen entsprechend anderes zu tun, ebenso die
Räppli-Schmaisser
und Esposito der so trainiert?
Die Räppli bedecken nun die ganze Innerstadt, was den
Littering-Kindern im Kehrichtexpress voll ins Konzept passt. Etwas
schwerer damit tut sich die Basler Zyschtigs-Gsellschaft auf ihren
Tandems. Doch der Wonneproppen vorne drauf dirigiert sie cool über Papier
und Asphalt. Megasicher steuern auch zwei Kapitäne ihr eindrucksvolles
Piratenschiff. Das Drachenschiff der Nuggi-Chätscher hingegen
schlingert leicht hin und her. Es hat den Spardrachen im Schlepptau, der
Kinder verschlingt oh! , die in seinem
Bauch aber zu süssen Pippis werden.
Familie Popeye macht sich nun schon auf den Heimweg. Ihr kleiner Zorro
unterdrückt heldenhaft seine Tränen. Aus der Traum für dieses Jahr.



