Von Missverständnissen und anderen Missen

17. Februar 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Man trifft sich. Da ein Küsschen, dort ein Händedruck. Man
schnabuliert, diskutiert ­ und zwischendurch kommen auch noch ein paar
Fasnachtskläuse, machen den Kaspar und singen Verse. Scharf beobachtet von
einer gestrengen Jury und von ein paar Saalordnern, denn die kleine
Familienfeier soll ja auch das bleiben, als was sie gedacht worden ist.

Um rechtzeitig mit von der Partie zu sein, hat Adolf Ogi sogar eine
kleine Lawine überwunden. Von Stefanie Berger ist nichts Derartiges bekannt.
Auch Massimo Ceccaroni dürfte störungsfrei bis zum «Atlantis» vorgedrungen
sein, wo ihn und die beiden anderen Christoph Stutz schon sehnsüchtig
erwartet hat. Er gibt den Jury-Präsidenten, gut sekundiert von Armin Faes
und seiner Gattin, die Päuli Burkhalter zwar temporär schon mit Roger
Thiriet verkuppelt hat. Aber Versprecher ist Versprecher und gesagt ist
gesagt, auch wenn sein Thiriet der Daniel ist.

Die bz ist zwar nicht angemeldet, aber auch für unsere Zeitung gibt¹s ein
Plätzchen und ein Bierchen an der Bar, TV-Monitor inbegriffen. Den brauchts,
damit die freie Sicht aufs Mittelmeer (oder in diesem Falle auf die Bühne)
störungsfrei garantiert ist, denn im gediegenen Lokal am Klosterberg ist
alles Spitze, nur der Blick auf die Bühne nicht. Aus baulichen Gründen.

Ein Echo mit ungemeinem Nachhall

Und weil Pünktlichkeit die Höflichkeit der Könige ist, starten um viertel
vor sieben die ersten Grünschnäbel zum fasnächtlichen Wettsingen. Sie machen
das erstaunlich gut, auch wenn man rein akustisch nicht ganz alles versteht,
wenn ausser dem mitgeführten niedlichen Teenager ­ Garant für den beliebten
Jöö-Effekt ­ auch noch der Rest der Truppe in den Gesang einstimmt. Das
zweite Paar gibt sich zwar Mühe, aber es hat manchmal auch, Mühe meine ich.

Was dann kommt, ist ein Hammer. Der dargebotene «Säntis» ist zwar nicht
gerade eine Flue von Frau und deswegen rein optisch eigentlich als
Alpenersatz nicht wirklich geeignet, aber sie hat ein Echo dabei, das die
Proportionen wieder korrigiert. Diese Mischung aus Appenzeller Sennenhund
und Urnäscher Silvesterklaus sieht nicht nur aus wie ein Ostschweizer,
sondern spricht und singt auch fast wie der Toni Brunner. Dass er auch schon
die ersten vier Buchstaben des Alphabets kennt, weist ihn bereits als
überdurchschnittlichen Vertreter unseres Landes aus. Aber er und sein Berg
können noch mehr, viel mehr als man von einem Grünschnabel erwarten darf.
Dass das Echo vom Säntis dafür gemäss Mitteilung des
Organisationskomitees den Grienschnabelprys nicht erhalten hat, ehrt die
Jury nicht, die bis weit über Mitternacht schwer beraten hat, um dann doch
die Schuumschleeger ­ wohl wegen des Kinderbonus ­ zu prämieren.

Sie hat auch noch weitere Preise vergeben. Den Hauptpreis ­ wie letztes
Jahr ­ an die Verschiffte, wie aus dem gepflegten Communiqué
hervorgeht, das den Medien zugestellt wurde, weil die Veranstalter der
ausdrücklich als Familienfeier deklarierten Preisverleihung die Anonymität
der beteiligten Schnitzelbänggler wahren wollte. Auf deren ausdrücklichen
Wunsch, wie uns mitgeteilt wurde.

Da haben wir sogar Verständnis dafür, denn für manchen der dargebotenen
Verse würden wir auch nicht so mir nichts, dir nichts den Botsch oder einen
anderen Körperteil hinhalten. Eben deshalb haben wir uns auch den Rest des
Abends geschenkt und uns lieber an der Laternenausstellung die Pfoten
abgefroren. Da bleiben zwar die Lampenmooler auch anonym, aber wenigstens
stehen die Cliquen mit ihrem Namen zu ihr, der Ladärne, meine ich.

Bleibt eigentlich als Letztes nur noch die Frage: Was zum Guugger hat die
bz an dieser Familienfeier verloren? Wenn Sie meine Antwort wissen wollen:
Nichts, aber rein gar nichts!