Pfyfferli 2017: „Jetzt erscht rächt!“

7. Januar 2017 | Von | Bilder: Beat Schwald | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Das Pfyfferli feiert als erste Basler Vorfasnachtsveranstaltung im 2017 eine glanzvolle Premiere. Das Bijou der Basler Fasnacht macht seinem Namen wiederum alle Ehre und begeistert das Premierenpublikum, welches es ihm mit tosendem Applaus verdankt.

Der Prolog und Epilog suggeriert Endzeitstimmung in Bezug auf das Weltgeschehen, von Erdogan und Trump über Merkel und Blocher bis hin zum Zerfall der Basler Fasnacht. Tief schwarz mit verbalen Seitenhieben, trunken und bemüht das Lächerliche noch zum Lachen zu bringen, stimmt sich das Ensemble ein letztes Mal in Partylaune ein. Ohne Zuversicht auf bessere Zeiten, weil es ja sowieso allen am Ar…. vorbei geht, zeigen sie ein düsteres Bild.

Die einzelnen Programpunkte sehen jedoch ganz anders aus. „E Männli stoot in Brüssel“ machte den Auftakt. Eine politisch unkorrekte Euopadebatte, bei welcher zwei lustige Zwerglein (Salomé Jantz und Myriam Wittlin) für die grossen Lacher besorgt sind. Anschliessen taucht erneut der kleine Hund „Alain“ und sein aufgedonnertes Frauchen (Caroline Rasser) auf und hält eine flammende Rede mit dem Schwerpunkt Integration. Einfach gelungen. Urkomisch dann auch David Bröckelmann, der es schafft, dass sich Frau Fasnacht auf seine Couch legt. Eine lustige aber auch tiefsinnige fasnachtspsychologische Szenerie. Mit dem „Alpsääge“ wird der Schweizer Psalm endlich neu getextet. Bei „haute cuisine Bâloise“ setzt, der wiederum grandios aufspielende Roland Herrmann, Zeichen und weist die „Kernlibigger, Veganer und Inseggtefrässer“ so richtig in die Schranken.
Eine Glanzrolle hatte auch Salomé Jantz. Als Grossmutti klagt sie darüber, „s isch  nimme wie friener“ und lässt kein gutes Wort an der heutigen Art der verbalen Kommunikation.

 

Ein wiederum etwas düsteres Bild zeigt die Nummer „im Atelier“. Roland Herrmann macht in der Zukunft Jagt auf die letzten Cliquenfasnächtler, damit er diese ausstopfen und ins Fasnachtsmuseum verbringen kann. Zum Glück setzt sich auch hier die Fasnacht durch. Die Rahmenstücke sind allesamt hervorragend arrangiert und mit zauberhaften Melodien versehen. An der Premierenvorstellung am Piano, beschwingt begleitet von Daniel Wittlin.

Als erster Schnitzelbangg erschien aus dem Oberbaselbiet der Rappende Heiri. Wie gewohnt macht er keinen Hehl daraus, dass er als Exportartikel vom Nachbarhalbkanton seine Verse singt. Er und seine mitrappende Kuh sind jedoch bereits ein Garant für hervorzuhebende Bängglerkunst. Der Zweite Bangg an der Premiere war dr Spitzbueb. Fadengerade und nicht etwa zimperlich, schmettert er seine Verse von der Pfyfferlibühne. Dr Spitzbueb halt, wie man ihn kennt und mag.

Auch die Fasnachtsmusik kommt  am diesjährigen Pfyfferli nicht zu kurz. Die Pfeifergruppe Barfiessler , tragen den „Fischmärt“ und „Samba“ vor, wobei Letzterer mit Percussion noch etwas exotischer daherkommt. Die Tambourengruppe PiSDiG glänzten mit dem „Rhy-Express“, der aus der Feder von Ivan Kym stammt.

Über all diesem thront jedoch eine Frau. Die Grand Dame des Chancons Colette Greder. Sie sorgt mit ihren Auftritten für Gänsehaut und man konnte bei dem einen oder anderen gar ein Tränchen über die Wangen kullern sehen. Das Pfyfferli 2017 widmet ihr eine besondere Homage und d Barfiessler setzten, mit dem aus der Feder von Arth Paul stammenden, „s Ladärnli vom Spalebärg“ gleich noch einen drauf. Die Melodie, welches die Pfeiffer wunderbar in den Theatersaal trillern, ist eine von Colletes bekannten Chancons. Wunderschöne Momente mit einer grossen Künstlerin. Sie alleine ist es bereits wert, das Pfyfferli 2017 zu besuchen.

Das Pfyfferli 2017 ist eine rundum gelungene Vorfasnachtsveranstaltung. Ein formidables Ensemble, welches die tollen Texte wunderbar umsetzt und auch in gesanglicher Hinsicht vollends zu überzeugen weiss. Die Fasnachtsmusik ist gewohnt professionell und abwechslungsreich und die Bänggler wissen ebenfalls auf ganzer Linie zu überzeugen und auch der Pianist ist wie immer in bester virtuosen Stimmung. Höhepunkt ist die charmante Colette Greder, welche dem Bijou der Basler Fasnacht zu einem leuchtenden Stern am Fasnachtshimmel verhilft. Das Premierenpublikum dankte es mit minutenlangem Applaus.

 

Tickets sind noch zu haben!

Bis zum Zeitpunkt der Premiere sind gut 90% der Tickets verkauft. Es gibt also noch Tickets für die meisten Abende.
Das Bijou der Basler Fasnacht; Pfyfferli 2017

  1. Januar – 5. März 2017
    Mo-Fr 20:00 Uhr, Sa. 18:00 + 21:00 Uhr, So 16:00 + 19:00 Uhr
    Vorverkauf: Tel. +41 61 261 26 10 (täglich ab 15:00 Uhr) www.fauteuil.ch