Räppli-Serenaade: Harlekin gehen von Bord

10. Juni 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Die «13» scheint ihrer Rolle als Unglückszahl alle Ehre zu machen. Nach 13 Ausgaben zieht sich die Harlekin-Clique von dieser Vorfasnachtsveranstaltung zurück. In einem Mail von gestern an die organisierende Räppli-Kommission heisst es dazu: «Anlässlich der Aktivenversammlung vom 7. Mai haben die Mitglieder der Harlekin demokratisch entschieden, sich von der Räppli-Serenaade vollständig zurückzuziehen. Das heisst, sie werden als Clique nicht mehr auftreten und die Trägerschaft (Defizitgarantie, Versicherungsschutz, Organisation) per sofort abgeben.»

Der Rückzug der Harlekin hatte sich schon an der Kommissions-Schlusssitzung der Räppli-Serenaade 2005 vergangene Woche abgezeichnet. Die Mitglieder sprachen sich zwar alle geschlossen dafür aus, in zwei Jahren die 14. Ausgabe stattfinden zu lassen. OK-Chef Rolf Meyer machte als Harlekin-Vertreter aber damals schon den Vorbehalt, dass sich die Mitglieder seiner Clique erst noch über die künftige Rolle aussprechen wollen. Dies ist nun geschehen – und zwar mit radikalem Ergebnis.

Die Gründe für den Rückzug sind vielfältig. Wie OK-Chef Rolf Meyer gegenüber Basler Fasnacht Online sagte, sei einigen vor allem der Organisationsaufwand zu gross geworden. Auch hätten sich an der Versammlung Zweifel breit gemacht, ob man musikalisch noch das von sich selbst geforderte Niveau erreichen könne. Und schliesslich dürfte auch mitgespielt haben, dass Meyer selbst bereits vor längerer Zeit angekündigt hatte, von seinem Posten zurücktreten zu wollen.

Damit verliert die Räppli-Serenaade ihren Organisator und das Gründungsmitglied. Die Harlekin-Clique hatte den Anlass 1981 geschaffen, als man «aus fasnachtpolitischen Gründen» (so die Harlekin-Website) am Drummeli nicht mehr auftreten durfte und trotzdem nicht auf Bühnenauftritte verzichten wollte. Die Veranstaltung hatte sich in der Folge im Vorfasnachtskalender als Anlass positioniert, an dem vor allem die hohe Trommel- und Pfeifer-Kunst gepflegt wurde. Legendär sind jeweils die « Basler Wält-Ur-Uf-Fiehrige», kurz BWUUF.

Durch den Rückzug der Harlekin soll die Räppli-Serenaade aber nicht sterben. Die übrigen mitwirkenden Gruppen (Barfiessler, Bajass-Clique, Mihlireedli, Naarbaschi Jungi Garde und Schotte-Clique) wollen weitermachen und eine Ausgabe 2007 auf die Beine stellen. An der vergangenen Schlusssitzung 2005 hatte der Vertreter der «Schotte» durchblicken lassen, dass sich diese Gruppierung die Uebernahme der Organisation vorstellen könnte. Beschlossen wurde weiter, beim Saalbau Rhypark als Veranstaltungsort zu bleiben und die erneute Mitwirkung von Walo Niedermann für die Rahmenstücke anzustreben.