Nochmals gab es am Freitag für Eingeweihte einige Schnitzelbänke zu hören, dies beim WUF-Schlussoobe, der doch die eine oder andere Perle aufwies und vor allem Verse brachte, die man nicht nicht schon anderswo gehört hatte. Der grösste Diamant kam aus Zwingen, die Lumpesammler, gefallen haben aber auch die Spyyrhind oder die Antiquierte.
Neben den eigentlichen Gesellschaften haben sich einige „wilde und freie“ Schnitzelbänke seit einiger Zeit zu einer IG namens WUF zusammengetan – und auch sie feiern einen Schlussabend. Für die Zuhörerschaft ein grosser Vorteil: Da diese Formationen nicht an den „offiziellen“ Standorten auftreten, hatte man ihre Verse und Pointen meist noch nicht vernommen. Dem Spass im Keller der Alten Garde der Stainlemer am Nadelberg tat dies keinen Abbruch, ganz im Gegenteil.
Es traten also Bänke auf, die an der Fasnacht nicht auf eine Route gezwungen werden, sondern nach Lust und Laune auftreten. „Zwingen“ war aber trotzdem das Stichwort des Abends, denn aus diesem schönen Laufentaler Ort kam der Gastbank Lumpesammler, der den Stainlemerkäller wahrlich rockte. Mit fetzigen Gitarrenriffs, seltenen Sujets, überraschenden Pointen und nicht nur beim FIFA-Monstervers gelungenem Einbezug des Publikums waren sie der Höhepunkt des WUF-Abends.
Auch andere Formationen verstehen es gut, das Publikum einzubeziehen, was der Stimmung natürlich förderlich ist, so der Boodesuuri oder der Knurri, der sich auch dem höheren Blödsinn verschrieben hat:
E IS-Jihadischt däknurrt ganz kuulJetz ha ny no ai Zahn im MuulFallt mer no us dää letschti ZahnSo mach y denn halt Ramadan
Dr Summer vom Joorhundert, doch my Hut isch dotaal blaichAllles schwitzt, hett Sunnestich – yych frier, isch daas e Saich!Mit Wäärmestraaler. Deggi, liggich im Gaarte nuff dr MatteYy woon drum hinderem Rocheduurm, waisch, dert im Schatte
Kürzlig hett mi ain ganz wehrlos überfalle und aabe ghaggtDenn y ha ha statt dr Pfäffer-Spray s Aromat yypaggt
Underhoose us Wulle, e wunds Fiidle ha-n-y hösch!Do froog ich schnäll Myyni: „Isch das jetz Reizwösch?“
Der Abend war in drei Teile gegliedert. Im letzten Teil gefielen die Spyyrhind mit grosser Melodiosität und fein gedrechselten Versen sowie einem Monstervers über das digitale (Ab-)Leben. Der wäre zu lang zum zitieren. Dafür nehmen wir diesen:
E Griminelle woont bi uns grad wisawiiÄr soll no schlimmer sy als d SchwäärverbrächerÄr isch e ächte goofvergässe huere GrüüselDähet und faart drmit, d soone VauWee Diesel
Ohny Hilf – ganz frei – uff Zwanzyg zelle…E Ricola uss em Papyyrli schelle…Erkenne, isch dr Angge frisch oder ranzig…Das wär dr Lehrplaan ainezwanzig



