Am 24. April dieses Jahres wäre er 84 geworden, der Schöpfer so bekannter Märsche wie «Naarebaschi», «Yankee» oder «Veegel». Es war René Brielmann aber nicht vergönnt, an den diesjährigen «Drey scheenschte Dääg» das zu erleben, was ihm immer am meisten Spass machte: Eine seiner über 100 fasnächtlichen Kompositionen zu hören, vorgetragen von einer vorbeimarschierenden Clique oder Pfeifergruppe.
Seinen ersten Marsch komponierte er mit 13 Jahren, doch sei der «Knopfli» – wie Brielmann gerne lachend zugab – nicht gerade «ein Hit» geworden und schnell in Vergessenheit geraten. Dies ganz im Gegensatz zu den bereits erwähnten Kompositionen oder seinen erklärten Lieblingsmärschen «Marche bâloise» und «Hornpipes». Erst im Jahr 2000 zog er sich vom Komponieren zurück, blieb der Fasnacht aber als eifriger Zuschauer und vor allem Zuhörer stets verbunden.
Brielmanns zweite musikalische Liebe neben der Fasnachtsmusik war der Jazz. Sein Vorbild war der britische Pianist Charly Kunz. Rasch stiess er zum Orchester von Manfred Werthemann, das später unter dem Namen «Fred Many’s Band» bekannt wurde. 1945 schrieb er mit «Victory Day» sein erstes Klavierarrangement, das im Radio mit Cédric Dumont aufgeführt wurde. Den Schritt zum Berufsmusiker vollzog er aber nie ganz, sondern liebte gleichermassen seinen angestammten Beruf als Drogist.
Reich geworden ist Brielmann mit seiner fasnächtlichen «Arbeit» ohnehin nicht – und das wollte er auch nicht. Er hat seine Märsche stets den Cliquen geschenkt. «Wer ihn spielt, bekommt ihn auch», war sein Motto. Gleichzeitig war er mit all seinen Kompositionen darum besorgt, dass auch der «Normalpfeifer» damit zu Rande kam. Er setzte seine Verse leicht und melodiös und untermalte sie mit prächtigen Unterstimmen. «Die Märsche sollten nicht all zu schwer sein, ich vermied wenn möglich Fingerbrecher», meinte er dazu einmal.
Viele Pfeifer werden ihm dafür noch lange dankbar sein, wenn sie heute und morgen seine Noten üben. Und dank der genialen Einfachheit seines Werkes stimmt zweifellos dieser Schlusssatz: René Brielmann ist zwar tot, seine Märsche werden aber ewig weiterleben.



