Vorfasnacht in der Seniorenresidenz!

8. Februar 2016 | Von | Bilder: MA Seniorenresidenz Südpark | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Die Vorfasnacht ist – so behaupten einige der Protagonisten – intensiver, länger und wesentlich anstrengender als die eigentliche Fasnacht. Eine Form der Vorfasnacht sind die zahlreichen „Stuubede“ , die in diesen Wochen stattfinden. Fasnacht.ch hat eine davon – an einem ziemlich ungewöhnlichen Ort – besucht.

Seit ein paar Jahren veranstalten „die Penetrante“ eine Stuubede im Formonterhof, dem Gemeindehaus der Christkatholischen Gemeinde. Entstanden durch das Bedürfnis der Gemeinde nach einem fasnächtlichen Upgrade eines ihrer monatlichen Anlässe. Prompt hat sich das zu einem gefragten Event entwickelt, welches in der Zwischenzeit an mehreren Abenden stattfindet und ein kleines, aber feines Vorfasnachtsprogramm mit Schnitzelbänggen und Pfyffertönen bietet. Notabene ganz ohne Eintrittskosten. Die 200 erhältlichen Tickets (sie werden auf Einladung hin verschickt) sind jeweils nach einigen Stunden weg.

Einen Extrakt dieser „Stuubede“ haben die Penetrante am vergangenen Sonntag Nachmittag nochmals aufgeführt. Im Eventsaal der Seniorenresidenz Südpark beim Bahnhof SBB haben rund 200 Bewohnerinnen und auswärtige Gäste Platz genommen, um ein wirklich exzellentes Vorfasnachtsprogramm zu geniessen. Auch hier: Ohne Eintritt, dafür mit einer Kollekte am Ausgang.

Begonnen hat der stündige Anlass mit einer Einführung von Michael Bangert. Ein Schwoob (Eigenbezeichnung) der sich aus Sicht des Südbadischen Mitmenschen der Basler Fasnacht und der Schweizer Politik in wunderbarer Versform nähert. Danach trat ein junger, unverbrauchter Bangg mit perfekter Darbietung auf: Präzise Musik, tolle Sprache, schöne Helgen (etwas klein für eine Seniorenresidenz): Der „Fuurzknoten“ streifte alle gängigen Themen mit (etwas zu) feinen Versen. Ein bisschen mehr Pfeffer und Frechtheit und dieser Bangg wird ein ganz grosser Stern am Bängglerfirmament. Danach sang das Anggewegglimaitli mit eingängiger Melodie und ebenfalls ansprechenden Versen. Die Darbietung einer „Schacher-Sepp“-Parodie für Schnitzelbänggler war hingegen eine Nummer, die ohne Probleme auf einer der grossen Vorfasnachtsbühnen bestanden hätte.

 


Als Intermezzi präsentieren sich „Die Verschtubbledde“. Eine Pfyffergruppe mit 4 fantastischen jungen Pfyfferinnen (und einem heldenhaften Pfyffer). Ich habe Pfyffergrubben an der Vorfasnacht gehört, die hätten sich gegen diese Formation warm anziehen müssen. Ganz toll. Auch die Solistin aus der Gruppe war Sonderklasse. Ganz sicher eine aktuelle oder künftige Pfyfferkeenigin.

Zum Schluss dann noch zwei Leckerbissen: Einerseits das Stuubede-Ensemble mit dem „Wessels-Lied“ (s isch nimmi glatt in dääre Stadt) und andererseits die Penetrante: Ganz sicher einer jener Bängg an der Fasnacht, auf die man sich freuen darf. Dreistimmig, präzise und mit guten, sorgfältig gedrechselten Versen. Die sind 2016 frech und gut, allen voran der Monstervers über die Teilnehmerinnen der Miss Schweizwahlen…

Bref: Man sollte schauen, dass man auf die Mailing-Liste der Penetrante kommt, um nächstes Jahr an deren Stuubede teilnehmen zu können (am Originalschauplatz im Fromonterhof wird Verpflegung angeboten und es werden noch zwei bis drei Bängge mehr aufgeboten. Zum Beispiel der „Fäärimaa“). Oder man muss in die Seniorenresidenz pilgern. Da ist dann vielleicht der Rahmen etwas gewöhnungsbedürftiger. Aber glauben Sie mir: Pfyffer tönen da genau so schön wie in einem Keller oder auf der Volkshausbühne…