Fasnacht ganz subjektiv

9. März 2006 | Von | Kategorie: Nachrichten

Alti Dante gibt ihren Senf dazu

Jede kleinste Ablagefläche – ob Billettautomaten, Bänke,
Transformatorenhäuschen, Treppen, Fenstersimse etc. – ist verstellt mit
Flaschen, Flaschen und nochmals Flaschen. In jedem Schneehaufen stecken
noch mehr Flaschen. Und die letzten Flaschen torkeln an den Morgen nach
Hause, meist leider in unrühmlicher Lautstärke. Dass aber auch auf den
Laternen am Münsterplatz Wurst und Brot deponiert werden, ist wirklich
zuviel des Guten. Und wenn der Senf dann noch an den schönen
Kunstwerken verstrichen ist, kann ich nur laut und deutlich sagen:
«Pfui!»

Dr Pierrot

wurde an der diesjährigen Fasnacht leider vergebens gesucht
Trotz Schnee, Eis und Kälte – die «scheenschte drey Dääg» waren eine
Wucht. Doch etwas hat ganz eindeutig gefehlt und uns ein bisschen
traurig gemacht. Denn wo steckte im Getümmel des Cortège der Pierrot?
Wo war er, als um vier Uhr das Licht erlosch? Wieso suchte man am
Zyschtig abends an der Ecke Imbergässli/Pfeffergässli vergebens nach
der «scheenschte» Fasnachtsfigur? Dann erreichte uns die betrübliche
Nachricht, dass der arme Pierrot es vor lauter Fieber nicht vom
Bruderholz herunter geschafft hat. Wir wünschen ihm hiermit von Herzen
gute Besserung!

Dr Ueli

begrüsst das Ende der Fastenzeit
Ich gebe es zu, ich bin ein Traditionalist. Ich finde es herrlich, wenn
die Bäckereien und Stände Mehlsuppe, Käse- und Zwiebelwähen anbieten.
Würste in allen Varianten gehören auch zur Fasnacht. An die Kebabs und
Co. habe ich mich inzwischen ebenfalls gewöhnt. Zum Dessert mag ich
Schenkeli. Nur eines konnte ich bis jetzt nie geniessen: des Baslers
liebster Fasnachts-Snack, die Fastenwähe. Doch ein genialer Bäcker hat
mich dieses Jahr von meiner Kümmel-Phobie erlöst und verkauft
Fastenwähen Provençal. Ohne Kümmel, dafür mit feinen Kräutern bestreut.
Mmh!

Dr Waggis

dürfte im nächsten Jahr ruhig etwas freundlicher sein!
Ja, ich gebe es zu: Ich habe Angst vor dem Waggis. Denn an dieser
Fasnacht war mit ihm eindeutig nicht zu spassen. Schwupps, hatte er
mich am Kragen gepackt und mit seinen Gehilfen säckeweise Räppli in
meine Kleider gestopft. Und all dies, weil ihm mein «schadenfreudiges
Grinsen» missfiel . . . Dabei hat er dieses völlig falsch
interpretiert. Was ich ihm mit letzter Kraft nach seiner Stopfaktion
noch mitteilen konnte, war: «Das Lächeln ist doch nur meine
Fasnachts-Glückseligkeit!» Geholfen hat es nichts – nicht mal ein
Mimösli gab es zum Trost. Waggis, das war ein fieser Bubenstreich!

Dr Harlekin

freut sich über Solidarität im Schnee und geduldige Pendler
Weisse Fasnacht – ein einzigartiges Erlebnis. Das Schönste daran ist
für den Harlekin die ungeahnte Hilfsbereitschaft, die sich zwischen
Aktiven und Kiebitzen, Jung und Alt, Basler und Nicht-Basler
entwickelte. Da half ein Waggis einer älteren Dame über die glatte
Strasse, die Hangel- und Rutschpartien am Spalenberg wurden von
Passanten aufgefangen. Besonders freut den Harlekin, dass nach dem
Morgestraich viele Pendler mit dem Auto nur im Schritttempo über die
Lyss fuhren und den heimkehrenden Aktiven den Vortritt liessen – ein
Vorbild für die restlichen 362 Tage!