BSG: Tipps und Tricks zum «Bänggle»

22. November 2006 | Von | Kategorie: Nachrichten

Weil bekanntlich aller Anfang schwer ist, sind anscheinend für viele, die gerne als Schnitzelbänggler an der Fasnacht unterwegs wären, die Hürden zu hoch. Die BSG will Interessenten und Interessentinnen nun über diese Hürden helfen und hat dazu ein eigentlich Kompendium über diesen Bereich der Basler Fasnacht verfasst.

«Wir haben hier eine Lücke festgestellt», erklärte BSG-Präsidentin Bettina Carpanetti gegenüber Basler Fasnacht Online, «oft trauten sich Interessierte kaum oder gar nicht, weil sie nicht wussten, an wen sie sich wenden sollten und was zu beachten ist.» Dazu soll der Leitfaden die Erwartungen sowohl nach oben wie nach unten näher zur Realität führen. «Einige meinten in der Vergangenheit, dass wir fast Unmenschliches von unseren Neueinsteigern verlangen, andere gingen zu leichtfertig und unbeschwert an die Aufgabe heran», ergänzte Carpanetti.

Der BSG-Leitfaden nennt in kurzen Worten die persönlichen Voraussetzungen, die ein künftiger Schnitzelbänggler mitbringen sollte und gibt Tipps zur Auswahl des «Bangg»-Namens. Auch die wichtigsten Dinge, die man bei der «Ausrüstung» – Larve, Kostüm oder Helgen – beachten sollte, werden erwähnt. Und natürlich befasst sich das Werk auch ausführlich mit der wichtigsten Frage, nämlich derjenigen, wie man einen guten Vers schreibt – und diesen dann auch perfekt vorträgt.

Ein weiterer Abschnitt des Leitfadens stellt die BSG selbst vor und informiert über die Anlässe der Gesellschaft wie das interne «Vorsingen» oder den traditionellen «Schlussoobe». Nicht zuletzt deshalb ist der Leitfaden in der Vollausgabe auch hauptsächlich für Personen gedacht, die das Schnitzelbanggsingen in der BSG selbst erlernen und betreiben wollen. Für Aussenstehende ist eine «abgespeckte» Ausgabe vorgesehen.

Der Leitfaden ist als Ergänzung zum bereits sehr ausgebauten Betreuungsprogramm gedacht. Die BSG bietet im Vorfeld der Fasnacht Kurse an, in den das «Värslibrinzle» oder das Helgenmalen gelernt und – unter Mithilfe ausgebildeter Regisseure – der perfekte Auftritt geprobt werden kann. «Es gibt eben nur sehr wenige Naturtalente», erläuterte BSG-Ausbildungs-Chef Bernhard Herrlich, «die meisten benötigen in vieler Hinsicht Hilfe, um mit Spass und Erfolg auftreten zu können.»

Ebenfalls weitergeführt und ausgebaut wird das BSG-eigene «Götti-System»: Jede neue Formation wird im Vorfeld von einem erfahrenen «Bangg» betreut; an der Fasnacht läuft dieser Götti dann direkt vor oder hinter dem Frischling auf der Route, um moralische Unterstützung zu leisten und bei Problemen notfalls helfen zu können.

Bleibt schliesslich die Frage, ob Leitfaden und Betreuung nicht etwas zu spät für diejenigen kommen, die ihre «Bänggler»-Karriere im 2007 starten wollen. Nein, meint die BSG-Präsidentin: «Auch wenn die Fasnacht verhältnismässig früh ist, bleibt dank der vielfältigen Unterstützung durch uns Erfahrene für jeden Neuling genügend Zeit, sich bestens vorzubereiten.» Der erste Schritt sollte allerdings noch vor Weihnachten erfolgen.