Das Motto 2007: «D Strooss gheert uns!»

29. Dezember 2006 | Von | Kategorie: Nachrichten

Alle Jahre wieder: Zwischen Weihnachten und Neujahr lädt das Fasnachts-Comité zur wohl bestbesuchten Vernissage Basels. Und inmitten des «Who is who» der Medien- und Cliquenvertreter wurde «wie allewyl» die Blaggedde vorgestellt: «D Strooss gheert uns!», so das Motto – Pascal Kottmann, so der Name des Künstlers, dessen Entwurf das Rennen gemacht hat.

«Begonnen hat alles mit der Ausschreibung im Mai», berichtete Florence Develey, Medienverantwortliche des Fasnachts-Comités. Bis zum Stichtag am 7. August gingen 107 Entwürfe von 81 Künstlern ein. «Die Zahl der teilnehmenden Künstlerinnen hat wieder zugenommen. Im Jahre 2004 waren es vier, letztes Jahr acht und dieses Jahr sind es bereits elf Frauen», verkündete eine sichtlich erfreute Develey. Die beliebtesten sujetbezogenen Motive waren das neue Casino, das Rauchverbot, die migrationsbedingten soziokulturellen Veränderungen («Multikulti», wiederauflebender Patriotismus, «Ethnowelle»), sowie – wie bereits letztes Jahr – das neue Erscheinungsbild des Hotels Drei Könige. Die meisten der eingegangenen Entwürfe stellten allerdings allgemeine, nichtsujetbezogene Fasnachtsthemen dar. Am 15. August hat das Comité alle Entwürfe angesehen und sich nach mehrgängigem Auswahlverfahren auf Pascal Kottmann geeinigt. Der 37 Jahre «junge» freischaffende Grafiker hat ein eigenes Atelier im Kleinbasel. Der begeisterte Fasnächtler ist bei Tambour bei der Trommelgruppe Ueli 1876 und Trommelinstruktor bei einer Stammclique. Als Laternen- und Larvenmaler ist er für diverse Gruppierungen tätig, und auch bei mancher Vorfasnachts-Veranstaltung stand er auf der Bühne. So dieses Jahr bei der «Wirrlete».

Die Plakette hat die Form eines Strassenschildes. Vor, hinter und zwischen der Aufschrift «Fasnacht 2007» tummeln sich ein Guggemuusiger, ein Bänggler, ein Trommler und ein Pfeifer. «Die Idee kam mir an einem Sommertag vor der „Hasenburg“, als mein Blick auf das Strassenschild vom Imbergässlein fiel», erzählte Kottmann. Denn die Strassen sind es, wo sich die Fasnacht abspielt. Und die «Stroosseschilder» sind Wegweiser, damit jeder seinen Platz findet. «Das Umsetzen von Schrift, Figuren und dem Schild in einem stellte eine Herausforderung dar», erklärte Kottmann. So entstand eine Einheit, wie es auch die «drei scheenschte Dääg» in Basel sind.

«Die Plakette als Strassenschild impliziert geradezu, das auszurufen, was an der Fasnacht immer schon getan wird: nämlich die Strasse in Besitz nehmen. So lautet das Motto 07 „D Strooss gheert uns!“», so der Obmann des Fasnachts-Comités Felix Rudolf von Rohr. Er hat diesen Ausruf mit einem sanften Aufruf an die «Basler Strassennamenfindungs-Kommission» (die gibt es tatsächlich) verknüpft und in Versform gebracht:

D STROOSS GHEERT UNS!

E jeedi Strooss in Baasel, jeedi Gass und jeedi Matte

erinneret an Gschicht und gscheiti Lyt und Traditioon.

Mer daufe Grääbe, Stääge, Promenaade, Wääg, Rabatte.

Es git sogaar e Baasler Stroossenamme-Findigskommissioon,

und die erfindet jeedes Joor e Dotzed neyi Nämme.

An jeede Meeter Makadam wird hit e Namme ghänggt.

Nummen an ebbis, und doo sotte mer is wirgglig schämme,

an unseri Faasnacht nämmlig, het bis hit no niemerts dänggt.

Denn, wenn das zimftig Gwitter iber Basel yynebrääglet

und s Faasnachtsfieber-Thermomeeter styggt bi Grooss und Glai,

wenn s Faarbe, Muusig, Räppli, Väärs, uff alli Gasse räägnet,

denn waiss me z Baasel wider: D STROOSS GHEERT UNS – uns ganz ellai!

E Stroossenamme, wo die scheeni Traditioon erhaltet

zaigt is d Blaggedde fir s Joor 007 ganz famoos.

Dr Pascal Kottmann und dr Dani Müller hänn si gstaltet.

Wäär waiss, villicht gits dääwääg doch emol e Faasnachts-Strooss.

Drum, kaufet jetz die scheene Stroosse-Daafele, die schygge.

Es koschte daas Joor Dail dervoo e ganz e bitzli mee.
Die kenne jeede Frangge bruuche. Danggscheen!

s Comité

Nach fünf Jahren wurden die Preise wieder einmal moderat angepasst. So kosten Kupfer- und Silberplakette einen Franken mehr als bisher. In den Verkauf gelangt das Kunstwerk erstmals am 6. Januar 2007. Erhältlich ist es in den Ausführungen Kupfer (8 Franken), Silber (15 Franken), Gold (45 Franken) und als Bijou (100 Franken). Die Cliquen verdienen an jeder verkauften Plakette 30 Prozent, also 2.40 Franken bei der Kupfer-, 4.50 Franken bei der Silber- und 13.50 Franken bei der Goldausgabe. Beim Bijou sind es gar 30.00 Franken. Wie schon in früheren Jahren ist eine Plakette gleichzeitig das Eintrittsticket für den Eröffnungstag der «muba 2007» am 2. März.

Plakettensammler sollten sich schon mal den 25. Januar 2007 vormerken. Dann erscheint «Basler Fasnachtsplaketten – Zeitspiegel 1911-2007» von Corina Christen. Die Autorin ist seit 1999 Mitglied im Fasnachts-Comité. Ausser den Abbildungen aller Plaketten enthält es zu jedem Jahrgang einen Text mit aufschlussreichen Erläuterungen zum Plakettenkünstler und dem jeweiligen Fasnachts-Motto.

Detail-Ansichten (750 x 600 Pixel):

Blaggedde-Satz 2007

Gold-Blaggedde und Bijou

Weitere Informationen:

Homepage Fasnachts-Comité