Fasnachtsbändeli 2007: Vom Dienstreglement und einer singenden Gugge

14. Januar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Was tun, wenn an der Fasnacht plötzlich hunderte gefälschter Plaketten auftauchen? Klar, das Fasnachts-Comité schaltet sofort die Polizei ein. Und die besitzt im «Fasnachtsbändeli», welches im Theater Arlecchino gestern Premiere hatte, den richtigen Mann, der bisher schon zwei schwierige Fälle gelöst hat. «Kommissar Spüürli & dr Blaggedde-Schwindel», so heisst der neue Fasnachtskrimi von Peter Keller (Basler Fasnacht Online berichtete).
Das unterhaltsame – und vor allem kurzweilige – Stück für Kinder und die ganze Familie wurde vom Premierenpublikum begeistert aufgenommen.

Das Stück spielt im Fasnachtskeller der Guggemuusig Ventilatore. Hier recherchiert Kommissar Spüürli (Markus Jeppesen), assistiert von Polizei-Aspirantin Martina Herrmann (Silvia Ferrari). Diese nervt ihn allerdings ständig mit Zitaten aus der Strassenverkehrsordnung und dem Dienstreglement. Denn sie arbeitet auch an der Fasnacht genau nach Vorschrift, wie sie es in der Polizeischule gelernt hat. Nach und nach schliesst sich der Kreis der Verdächtigen um vier Personen. Ist es vielleicht die Künstlerin Niggi Bijou (Silvia Alioski), welche die Blaggedde entwarf? Denn sie scheut keine Gelegenheit, um sich ins Rampenlicht zu stellen und findet «lieber gut gefälscht als schlecht selber gemacht». Oder ist es der vornehme Herr Remigius Roth (Roger Gugger) vom Comité, der ein übergrosses Interesse an der Aufklärung des Falles an den Tag legt? Ist es womöglich Tabea Werner (Sandra Heitz) mit ihrem Kameramann Leo Lang (Willy Wernhard) vom KANAL BÂLE!, der durch den Skandal mehr Einschaltquoten wittert? Oder ist es am Ende Ruth Liechti (Sonja Oswald), die Wirtin des Guggekällers, welche als erste die Fälschung bemerkt hat? Gewissheit hat Kommissar Spüürli erst, als drei weitere Comité-Mitglieder (Jürg Jösslin, Haiggi Leimbacher und Christoph Nidecker) im Guggekäller erscheinen. Es war… aber nein, für alle, die sich diese Geschichte noch anschauen wollen sei der Schluss nicht verraten.

Da die Geschichte in ihrem Übungskeller spielt war natürlich auch die Guggemuusig Ventilatore dabei. Auch wenn sie nur in einer «Kleinformation» mit etwa 20 Schränzern auf der Bühne stand, so liess sie doch, wenn sie loslegte, die Wände der ehemaligen Kegelbahn erzittern. Doch auch gesanglich konnte sie mit dem Song «Er leest jede Fall, ob Unfall, ob Füürli. Dr bescht Kommissar, das isch dr Spüürli» überzeugen. Mit «die Alte, vorwärts marsch» kommen in herrlichem Charivari vier Vorträbler mit zwei Stäggeladäärne, zehn Pfeifer und vier Tambouren der Wiehlmys Jungi Garde und des Buschinäschts auf die Bühne. Auch ihr Läggerli, Ryslaifer und Arabi erhalten den verdienten Applaus. In Matrosenkleidern tritt der Schnitzelbangg Gluggersegg (Comité-Bängg) auf. Seine speziell für Kinder geschriebenen Verse gefallen und alles singt begeistert «Ai du scheene, ai du scheene, ai du scheene Schnitzelbangg» mit. Tosenden Applaus aber ernten Kommissar Spüürli (mit Saxophon!), Polizeiaspirantin Martina Herrmann und TV-Reporterin Tabea Werner (beide mit Piccolo) für einen rassigen Tiger Rag.

Den Abschluss bildet – wie alleyyl – das Lied «Fasnachtsbändeli, Fasnachtsbändeli, das isch wirklich toll. Fasnachtsbändeli, Fasnachtsbändeli, ganze Kischte voll». Und schon werden die farbigen Bändeli, zur Freude der Kinder ins Publikum geworfen. Mit langanhaltendem, herzlichem Applaus und vielen Blumen werden die Akteure verabschiedet.

Weitere Fotos vom Fasnachtsbändeli gibt es in unserer Fotogalerie.