Museumskonzärtli 2007: Ein begeisternder Abend an der «Museums-Bar»

20. Februar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Es gehört nicht zu den üblichen Vorfasnachts-Veranstaltungen, das alle zwei Jahre stattfindende «Museumskonzärtli». Wie der Name sagt, findet es in einem Museum statt – und zwar in der wunderschönen Aula des Museums der Kulturen. Eine Woche vor der Fasnacht bietet die Museumsgrubbe jeweils Musik der Spitzenklasse. Da ist es kein Wunder, dass die Konzerte – dieses Jahr sind es wieder zwei – immer rasch ausverkauft sind. Unter der Leitung von Noëmi Tran-Rediger luden die Pfeiferinnen Cathrin Cattelan, Daniela Cattelan, Mirjam Hochstrasser, Nicole Kim, Steffi Näf, Liliane Pichler, Myriam Rudolf von Rohr und Eveline Schönau zusammen mit den Tambouren Sämi Meyer und Pascal Caviezel zu einem süffigen Abschluss der Vorfasnacht an die «Museums-Bar».

Auf der reich bestückten Bar reiht sich Flasche an Flasche. Und auf einer Tafel stehen die Namen von Getränken, die nicht nur einen kulinarischen, sondern auch einen musikalischen Genuss versprechen: Spirituosen (Armagnac, Appezäller, Calvados, Brandy), Weine (Burgunder, Waggis, Hypokras, Boccalino), Mineralwasser (Seven-up, Brandenburger Fassbrause, Römerquelle), Bier (Ueli-Bier, Blonde 25) und ein Long Drink (Gin & Tonic). Doch die rein musikalische Auswahl ist mit gesetzten Märschen noch grösser, wie man der schön gestalteten Getränkekarte entnehmen kann:

Nit alli Fasnachtsmärsch an unserem Konzäärt

sinn als Geträngg oder als Margge uff em Määrt.

Aber au die vier andere, das gämmer zue,

hänn ebbis mit em Dringge oder Suffe z due:

Als SIRPFLI schloosch im Drooli als e PURZELBAUM.

Dr wyter ABLAUF noch em Schloof und beese Draum:

Mer wird rächt unsanft – das het mängge scho entdeckt –

zem Byschpyl mit dr RADAC DAAGWACHT wider gweggt!

Die Idee für den konzertanten Ablauf ist originell. Der schicke Kellner Benno «Bohne» Bohnebluescht (Mario Donelli), der seit 30 Jahren in den besten Häusern servierte, fragt abwechselnd eine Besucherin oder einen Besucher, was sie gerne trinken möchten. Und während er serviert, erzählt er teils heitere, teils lehrsame Geschichten über das Getränk. So erfährt man, dass Spanien das Land mit der längsten Brandy-Tradition ist, dass Armagnac nur einmal, Cognac aber zweimal gebrannt wird – oder, dass die erste Produktionsstätte des Appezällers ein Konzertsaal war. Nach der Belehrung folgt dann jeweils der begeisternde Vortrag des dazugehörenden Marsches, sei es bei der Fassbrause ein perlender «Brandenburger», beim Ueli-Bier ein wunderschöner «Ueli» (mit Piccolo-Begleitung!) oder bei der Römerquelle ein von den beiden Tambouren «königlich» vorgetragener «Römer». Und hinter dem Walliser Bier «Blonde 25» versteckt sich ein wunderschöner «Après de ma Blonde».

Nach minutenlangem Schlussapplaus der begeisterten Zuhörer folgt als Zugabe noch ein rassiger «Wettsteinmarsch» mit herrlich jubilierenden Zierstimmen.

Wie bei jedem Museumskonzärtli fliesst auch dieses Jahr der Reinerlös in ein Projekt, das mit dem Museum der Kulturen Basel verbunden ist. Diesmal geht das Geld an den Verein Tulukai der Waurà-Indianer in Zentralbrasilien. Mit ihnen pflegt das Museum seit 2003 eine enge Zusammenarbeit. Der Verein strebt die Dokumentation der lokalen Kultur sowie die Verhinderung des illegalen Holzeinschlags an.