Im wirklichen Leben folgen die Dementis meist erst, wenn geschrieben war, was geschrieben werden muss. Das ist seit diesem Jahr anders:
Nai, nai, das stimmt nid, liebi Briedere und Schweschtere,
as mir nimm derfe iber haiggli Theme leschtere.
Es stoht uns frey zem iiber alles Värsli zmache.
S Problem isch das: Ihr sottet nid no driiber lache!
reimt der Comité-Bangg Gasladärne, der in diesem Jahr sein Dreissigjähriges feiert. Ob sich das Publikum allerdings bei der Fülle von rund 100 singenden Gruppen und Einzelmasken an diese Vorgabe hält, die wir in unserer «Trockenlese» querbeet zitieren, wagen wir zu bezweifeln. Zumal die Verse in diesem Jahr im Durchschnitt seltener als auch schon holpern und manche Pointe wirklich überraschend und nicht nur um des Reimes willen entstanden ist. So etwa diese beiden, die ganz harmlos beginnen:
Mit mym Brueder grieg y mänggmool fascht no Grach
Y ha no nie könne gwinne geege ihn, im Schach.
Do macht äär ändlig e Fähler, dr Momänt isch doo
und denn – denn isch das Ärdbeebe koo
(Fäärimaa, Comité-Schnitzelbank)
Es funggt e Bischof, äär wurd in Burundi hogge.
Der Medizinmaa haig versait, sy haigge drogge.
Wenn sii d Frau Schneider kennte ha,
wurd äär uns säägne,
wenn die kennt bebne, kenn si sicher au lo räägne.
(Die Penetrante, Comité-Schnitzelbank)
Mir Basler sinn scho gscheydi Sieche,
löhn d Äärde beebe, vo Basel bis Rieche.
Mir hänn d Technik und Lyt derzue, wo wisse wie mes macht.
Jetzt mien mers nur no aanegriege, dass es nur in Ziri gracht.
(Nachtschwärmer, VSG)
Noo de Raucher goots jetzt de Digge an Graage.
«Ihr mient eych beweege», dien d Politiker saage.
D Barbara Schneider hett do e Byspiil vorgleggt
und mit Geopower ganz Basel beweggt.
(Aigebreetler, BSG)
Bewegt haben die Bänggler auch der Casino-Neubau und das Polarium. Müsterli dazu:
E Pinguin rieft im Vivarium:
«Kollege, mir sinn wäder blööd no dumm!
Nix Polarium, mir hänn Mumm uff e Schwumm
vor emene grosse Publikum.
Am Barfi baut Zaha Hadit drum
fir uns e Riiseaquarium!»
(Stächmugge, Comité-Schnitzelbank)
Am Bahnhof brielt e Pinguin, s duet ihm verdeggel wee:
«Wenn d Basler kai Polarium wänn, het uns der Zolli gseh.
Mir bitte um Asyl in Bärn, vier Kinder und my Frau.
E Kupple het jo s Bundeshuus – und froschtig ischs dert au.»
(Schnaabelwetzer, Comité-Schnitzelbank)
Ain vo uns zwai würd sich traue
am Barfi s ney Casino z baue.
Vorne dra der Platz, e riise Halle,
e Dach uus Glas, das würd uns gfalle.
Das koschtet sicher au vyl Stutz,
doch wärsch im Schärme für in «Mutz».
(Blageeri, VSG)
Jää am Stainebärg, do gfallts au wiider iine,
im Casino ohni s Quitsche vo de Schiine.
Zwor isch d Muusig immer no e Katastrophe,
derfir kasch ändlig wiider ungsteert dureschloofe.
(Zwaierli Zwigger, Bängg fir Basel)
Si dien mit Muusigvylfalt firs Casino wärbe.
Wäge uns miesst das kai Riisekischte wärde:
Mir fahre Drämmli, dasch genau so scheen,
und loose d Vylfalt vo de Händyklingeldeen.
(Die Lange Naase, Comité-Schnitzelbank)
Als unerschöpfliche Quelle bissiger Bänggler-Kommentare zeigen sich auch die exekutiven und legislativen «Bewohner» des Bundeshauses und ihre administrativen Zulieferer. «Spitzenreiter» einmal mehr jener volksnahe Zürcher, dem schon vor dem Läggerli-Coup seiner Tochter eine gewisse Affinität zu Basel nachgesagt worden ist. Also: Let’s blochern!
Im Bundesroot, do muess es glatt sy,
s gieng zu wie in der Fuessball-Nati.
Der Blocher drampt ene uff d Fiess,
dr Couchepäng spuggt und pfätzt
und s Michelin, wo Offside rieft,
waiss nit, vo waas sy schwätzt.
(Peperoni, Comité-Schnitzelbank)
Der Christoph Blocher macht mir Muet.
Ych zieh sogar vor ihm dr Huet.
Är behandlet alli Mensche glych,
ob vermeegend oder rych.
(Pierrot, Comité-Schnitzelbank)
D Blocher-Dochter kauft e Huus mit vyyle Siessigkaite;
dr Babbe grinst und gratuliert syynere siesse Maite.
Mir bitte drumm: Schigg d Läggerli grad kilowyys im Babbe,
so stopfe mir mit «Basler Daig» grossi Zircher-Klappe.
(Die Blauäugige, Comité-Schnitzelbank)
Hai, was het die Doris Leuthard doch fir groossi Glugger.
Und die Zeen, das frische Grinse – rainschte Puderzugger.
Z Bärn, do gehn aim d Auge uff, mindeschtens e bitz,
numme d Madame Calmy-Rey het immer no so Schlitz.
(Gardischte, Comité-Schnitzelbank)
Luuts Gschrey und Lärm im Kinderzimmer:
«Jetzt händlet, zigglet doch nit immer.»
Do sait my Sohn, wo pfätzt und schloot:
«Mir spiile doch nur Bundesroot.»
(Alperöösli, VSG)
Und dann gibt es noch die Ausgefallenenen, die eigentlich auf keinen Karren passen. Sie machen den Abschluss dieser rudimentären Auswahl:
Griess Gott Bebby, how are you?
Drink with me a Tea for Two.
Bii so gligglig, tralalalala,
dass ych Frieh-Franzeesisch kaa.
(Gluggersegg, Comité-Schnitzelbank)
Uff ai Schlaag hundertzäh Millione, sii, das isch e Hit.
Als Lottokeenig spiilsch jetzt in dr heegschte Liga mit.
Do sait dr Ospel zum Vasella und duet wietig stampfe:
«fir so vyyl Gäld, do mien mir zwai fascht e Johr lang grampfe.»
(Schuumschleeger, Bängg fir Basel)
Grad nääbe der Kasärne, vor em grosse Door,
brennt no e Ladärne, me heert e Bootsmotor.
Bym Lychtturm uff der Mole högglet d Loreley
und singt: «Wo blybt my Schorsch vom Haafebeggi Drey?»
(Singvogel, Comité-Schnitzelbank)
S Tamara Wernli goot ganz penetrant uff Bsuech
und froggt: «Das Buech do das, das isch vo wämm si Buech?»
Dää sait: «S isch myns, das wär im Fall der Genitiv.»
Do rieft s Tamara: «Nai au, sind sii primitiv!»
(Die Penetrante, Comité-Schnitzelbank)
Es waiht e neye Wind uff dr Finanzverwaltig.
Sy schaffe flyssig, s Resultat isch gwaltig.
Me duet nimm krytzworträtsle, blämmberle und döse,
me schrybt jetzt schwarzi Zahle bim Sudoku löse!
(Strossewischer, Comité-Schnitzelbank)
Und dann noch die ultimativ-lokal-regionale Nabelschau: Die Basler und Baselbieter Classe politique aus Sicht der Schnitzelbänggler. Auch in diesem Jahr haben die Schnitzelbänggler über die beiden Regierungen aus Basel-Stadt und dem Baselbiet wiederum viel Spott und Ironie ausgeschüttet. Die angeführten Beispiele sind zwar aus Platzgründen sehr unvollständig, dafür aber ohne weiteren Zwischenkommentar.
Der Erich Straumaa tritt als Regierigsroot zrugg.
Der Erich Straumaa tritt als Regierigsroot zrugg.
Es duet mr laid, wenn sii die Wiiderholig steert,
aber hänn sii vo ihm scho emol soo vyyl positivs gheert?
(Dr Spitzbueb, Comité-Schnitzelbank)
E Hund wo Durchfall het, e Buur, wo d Milch schyns ranzig isch!
Bym Wasserfallebähnli moolt me d Pföschte jetzt ganz frisch!
En überfahreni Wildsau und in Ziefe streunt e Katz!
Jä gälle Sii, dasch ebbis glatts, dä Regionaldail vo der BaZ!
(Striggede, Comité 2000)
S Elisabethli Schneider hauts, mir findes riehrig,
im haillos scheene Baselbiet uss der Regierig.
Miecht d Barbara das au es wär jo gschyder,
denn wär Basel ändlig ändlig us em Schnyder.
(Sechbeggi BSG)
Bisch friehner dure Belche gflitzt
mit mehr wie 80 – scho hets blitzt.
Jo, was han ych wäge dämm als bluetet.
Und jetzt derfsch 100 – wär hätt denn das vermuetet.
Jetzt fahr ych äxtra nur no 80 – zwar mit Quale,
denn miens mr wägg dämm Drigg – die ganze Buesse retour zahle.
(Dr Vogel Walther, BSG)
Wäge de Schäde bi de Luftsailbahnkabyne
nimmt Reigoldswil die baar Kabyne wiider yyne
Dasch klaar, dass mir au do dien partnerschaftlich dängge
und däne gratis zäh Combino uffehängge.
(d Zahnstocher, Comité)
S isch nyt als richtig,dass au die Baselbieter Gselle
an unser Stadttheater ebbis zahle selle.
Mir kennte ihne aber zum Entgägekoo
derfir dr Almi und dr Häbse iiberloo.
(Singvogel Comité-Schnitzelbank)
Jetz isch im Baselbiet d Regierig wiider gwählt.
Me het sich schwär mit däne Näme ummequält.
und me het doo derby ganz klar miesse bedängge
weller Richtig me s Verdraue sotti schängge.
Au ob me ne Frau sot wähle oder doch e Maa, het me sich gfroggt.
S Broblem isch glöst,well jetz e Zwick uff däm Regierigssässel hoggt.
(s Bangg-Ghaimnis, Comité 2000)
Der Pegoraro ihre Maa
isch (a)sozial, me seht ems aa.
Är verdailt, was ihn nit steert,
e Huffe Gäld, wo ihm nit gheert.
Au d Calmy-Rey, die machts eso,
nur die muess nit in d Kischte go.
(Staubwolgge, VSG)
Dr Basler Hafe und dr Hafe vo de Baselbieter,
die zämme z leege schytteret an Baselbieter Gmieter.
Sy maine dängg – und sin fir so Modärns no nit barat:
Dä Basler Hafe syg so ebbis wien e Klosomat
(Schwoobekäfer, Comité-Schnitzelbank)
Im Basel-Land länge fir 260000 Persone
fünf Regierigs-Rammel/inne wo z Lieschtel ummefloone.
Z Basel aber bruchts Siibe fir numme 180 000 Gstalte.
Dasch logisch, wenn zwai Beamti mien ai Nase verwalte.
(Hanslimaa, Comite-Schnitzelbank)
Dr Christoph Eymann findet d Basler Kinder syge dumm
vier Johr lang Primarschuel längt nit firs Gymnasium
Muesch säx Johr in d Primeli, bisch denn no immer z blööd,
isch kai Problem, denn d Basler SP suecht Regierigsrööt.
(d Räppli, VSG)



