Fasnachtsklatsch/ Staatsschreiber baut Fettnapf und Kleinbasler Kleiderkönig leuchtet

27. Februar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Man kann in einen Fettnapf nicht nur reintreten, man kann ihn sich vorher auch aufbauen und zurechtlegen. So getan durch Basels rührigen Staatsschreiber Robert Heuss. Er erhielt nämlich von diversen Regierungsmitgliedern den Auftrag, den Schnitzelbangg «Hanslimaa» für den Morgenstraich-Apéro mit den Ehrengästen auszuladen. Dies zum einen, weil zwei Bängge («Peperoni» und Schuflebuur») genug seien und weil zum zweiten wohl die Vers-Qualität des Unerwünschten doch etwas hinter derjenigen der beiden anderen zurückfiel. Heuss kam dem Auftrag nach, wagte aber anscheinend nicht, die Qualität des Vortrags anzusprechen und nannte als Grund für die Absage die kritische Einstellung des «Hanslimaa» zum geplanten «Kulturbunker» (vulgo Casino-Neubau). Der so Angesprochene heulte sich bei «Big Willi» (vulgo Erzberger) aus – und schon war die Geschichte im «Telebasel». Heuss wird es wurscht sein: Er ist in den Ferien…

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Interessant übrigens, dass sich der ausgeladene Schnitzelbänggler nicht selbst im Lokalfernsehen zu Wort meldete, sondern mit Tränen der Rührung und Entrüstung im Auge ein gewisser Fasnachtsexperte namens Peter Affolter. Der wiederum ist nicht unbekannt, hat unter anderem für den Jahrgang 1981 die Fasnachtsplakette kreiert – die Sardinenbüchse -, die so frappant an eine Plakette aus Domat/Ems erinnerte. Und diese Geschichte war damals ausgerechnet von «Big Willi» aufgedeckt worden…

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Einen satten Fettnapf leistete sich auch IGK-Vorstandsmitglied und «Wir sind auch Liberale»-Grossrat Roland Vögtli. Ausgerechnet beim Kleiderkönig an der Rheingasse brannte das Licht am Morgenstraich so hell, wie er es sonst selten ist. Auch IGK-Preesi Dulle Marti war montags um 4 Uhr hell verewigt: Dies in Form einer Werbung für die «Marti AG» neben dem «Holzschopf». Für einmal ist der IGK also ein Licht aufgegangen, nein sogar zwei…

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Ein anderes hell erleuchtetes Schild – dieses Mal im Grossbasel – nannte die Buchstaben SKK.. Dies steht für Sprache, Kommunikation und Kultur und ist als Bezeichnung definitv falsch. Mit der Sprache happert es, hat doch niemand von denen verstanden, dass am Morgenstraich das Licht abzulöschen sei. Die Kommunikation hat also überhaupt nicht geklappt und mit der Kultur ist es auch nicht weit her.

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Als echte Machos präsentieren sich die Mannen der Basler Mittwoch-Gesellschaft (BMG) in einer Beilage zur BaZ unter dem Titel «Joorhundertblatt». Sich selbst charakterisieren sie als «männlich betont», die «Bier-Fest-Witze» mögen und «Gin nicht aus kleinen Gläsern trinken». Nun ja, wenn man sonst keinen Ehrgeiz hat… Immerhin kommt in der Beilage auch eine Frau zu Wort, die sicher nicht im Verdacht steht, Machos zu mögen. Die Spalen-Trommlerin Fränzi Humair äussert sich unter dem Titel «Pro specie rara» zur Zukunft der reinen Männergesellschaften und kommt zum Schluss, dass diese nur überleben könnten, wenn Erhaltungsmassnahmen getroffen würden. So könnten etwa gemischte Cliquen ihre Männer günstig zu fasnächtlichen Zwecken leih- und fasnachtsweise abgeben.

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Apropos Trommlerinnen: Eine solche soll man ja nicht «Tambourin» nennen. Dies zumindest ist die Meinung der Trommel-Virtuosin Edith Habraken. Letztes Jahr als Co-Kommentatorin des Cortège bei Radio Basilisk erklärte sie dies recht drastisch: «Ein Tambourin ist ein Instrument mit Schellen, und ich habe keine Schellen – also bin ich auch keine Tambourin!» Auf weitere Erläuterungen können wir gespannt sein: Habraken kommentiert auch diesen Fasnachts-Mittwoch wieder auf 107,6, gemeinsam mit den Muppets-Verschnitten Statler (Niggi Drechsler) und Waldorf (André Auderset).