Schnitzelbängg III/ Bängg am Aescheplatz im «Aescheplatz»

28. Februar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Eigentlich könnte man die Spalten mit lauter -minu-Versen füllen: Beim Publikum im Restaurant «Aescheplatz», wo wir uns in diesem Jahr erstmals in die dichten Reihen der Schnitzelbank-Freundinnen und -aussen gedrückt haben, ernteten die «Hochzeits»-Verse fast immer am meisten Beifall. Kaum eine der rund 30 aufgetretenen Bänggler-Formationen ist ohne eine mehr oder weniger deutliche Anspielung auf den «baz»-Kolumnisten ausgekommen. Auch nicht d’Hooseglunggi (VSG), deren Hommage an -minu wir hier stellvertretend für alle zitieren wollen:
Dr Minu isch jetzt offiziell
Ehegatte vome Gsell.
Syt am 1. Januar isch das erlaubt,Partnerschaft wie Maa und Frau.
Är isch d Frau, das waiss me au.
Ändlig kenne die das au,
me hätts nimm glaubt.
Dr Alldaag hoolt se denn gly y:
Wär darf am Morge der erschti sy?
Dusche, cremele, epiliere –
es mien jo Baidi sich rasiere!

Angefangen hat der gut fünfstündige Bänggler-Marathon allerdings mit dem «wuchtigen» Comité-2000-Bank ‘s Bangg-Ghaimnis, die einen anderen Promi ins Visier genommen haben:
Doo e Ains und doo e Vier, he nai, s goht nit,
doo e Siibe, dert e Drey, jä dasch der Hit.
Doo basst e Säxi und do Ooobe schrib y Acht.
Und do fählt s Fimfi und scho isch die Zyyle gmacht.
Dasch nit Sudoku, mir hänn eych e bitz uff s Glattyys welle fiehre:
So probiert dä arm Vasella syni Styyre z optimiere.

Inzwischen rückt das Morchelsüppli an, und Frau Wirtin hat alle Hände voll zu tun, um dem Ansturm der Bangggesellen Herr zu werden, die schon draussen vor der Tür stehen und zur kleinen Bühne in der Gaststube drängen, bevor sie dann zur zweiten Runde in den Chemineé-Keller absteigen, wo eine weitere Gästeschar nach Bänggler-Versen lechzt. Noch ist die Aufmerksamkeit gross, und das Niveau wird auch von den neubeorgelten Stächmugge (Comité-Schnitzelbank) hoch gehalten, die etwa den zum Besten geben:
Jää wotsch e Päggli Läggerli kaufe,
muesch jetzt verglemmi zer Blochertochter laufe!
Do griegsch Waffle, Schlee und Däfeli, kasch in siesse Draim versingge.
Und ney gits derzue die Blocherli, wo stargg no Gaissbogg stingge!

In ein ähnliches Horn stösst auch der Schooffsuuri (Comité-Schnitzelbank), der als «Begleitung» zum aufgefahrenen «Manzo Brassato» singt:
Im Dytsche ischs billig, d Aggzione sin toll,
do byyg y am Samschtig my Karre als voll.
Zem Spaare, do kauf y au s Fleisch derte y,
denn sin grad no d Maade zem Fische derby.

Langsam wird es Zeit, Ihnen den mit dem «Campari Soda» zu erklären. Zur Melodie dieses Oldies aus der Zeit als die «Swiss» noch ein «air» angehängt hatte, haben die sonst eher mittelmässigen Schlyffstai (Comité-Schnitzelbank) und die fast zu intellektuell tönenden Aabrennte (Comité 2000) ihre (Monster-)Verse zum Swissair-Prozess gesungen. Ein absoluter Hit, der das Publikum jeweils zum Toben brachte. Noch mehr gejubelt hat es nur noch beim Auftritt der Striggede (Comité 2000). Die vier Schwergewichter haben das Bülacher Theater – yynestäche, ummeschloo – so kommentiert:
Wär au dä Blocher noo im Swissair-VR ghoggt, grad zlaid,
denn wüsst me ändlig au, wies wär, wenn är emool nyt sait!
Es zaigt z Bülach zer Zyt dr alti Swissair-Wirtschafts-Glämmer,
die neyi Stummfilm-Gwaltsversion vom Schwyyge vo de Lämmer!
Im stille Saal hän d Richter schyyns nur Frooge gstellt und kocht!
Und drum grad am Dag druff zwai Daubstummeübersetzer brocht.
Und d Vreny Spoerry schaffts sogar ins Guinness-Buech, gmäss Blick:
Sie isch die erschti Frau, dasch digg, wo drey Stund Schwyyge kaa am Stigg!

Auch wenn zuweilen einige der aufgetretenen Bänggler knapp am Prädikat «Bütten-Redner» vorbeigeschrammt sind: Das Gros der Spott-Chöre hat die Gästeschar im «Aescheplatz» begeistert. Viele von ihnen haben auch ausgeharrt, als zur Halbzeit eine längere Pause eintrat. Sie mussten es nicht bereuen, denn zunehmend mischten nun auch die «Wilden» mit, von denen etwa d Cüppli-Schletzer den parat hatten:
S Ärdbebe vo Basel kunnt nit vom Bohre,
das hänn drey Geologe gschwoore.
S Epizentrum syg vom Zürisee koo,
dr Oschpel haig sy Bonus falle loo!

Noch kürzer fasst sich der Appenzeller Import-Bangg Echo vom Säntis:
D Subventione sin kürzt, au bim Theater, und laider
lenggst do bym Don Carlos scho nümm für d Klaider.

Zur absoluten Spitzenklasse gehören auch die beiden wilden Willy, die endlich Klarheit in das Verhältnis zwischen Stadt und Land gebracht haben:
Wo e Rambass sait, mir seige z digg,
pagg en am Gnigg und saag: Augebligg,
syt Johre hämer Trennkoscht und s funggzioniert:
d Stedter zahle und d Landschaft profitiert!

Zu den Spitzenbänken aufgestiegen sind mittlerweile auch die Gardisten, (Comité-Schnitzelbank) die zur leicht abgewandelten Melodie von den «zehn kleinen Negerlein» perfide singen:
Hillary for President, der Billy sait das au.
Är kenn das Amt us synere Zyt, drum hilft är jetzt synere Frau.
Im Oval Office rieft ganz lyyslig d Lewinsky Monica:
«Hilary, ych lueg denn wiider zue dym liebe Maa.»

Fast ins gleiche Kapitel gehört auch dieses Zitat aus dem Repertoire des – wie gewohnt – exzellent artikulierenden Schwoobekäfers (Comité-Schnitzelbank), der zur später Stunde und bei leicht gelichteteten Reihen meinte:
Der Beyeler in Rieche zaigt e Johr lang nur no Blutts.
Vo vorne, hinde, obe, unde – ganz ohni Jugendschutz.
Und wenns nit rächt rentiere sott, sait är zem Kassier: «Waisch,
das findet scho no Absatz uff em Märt als Gammelflaisch!»

In dieser Branche haben sich auch d Gluggersegg (Comité-Schnitzelbank) umgesehen und zu einer nicht ganz unbekannten Melodie aus der «Kleinen Niederdorf-Oper» den gesungen:
Der Ueli het e Gaissbogg kauft,
dr Blocher het en Zottel dauft.
Die hänn sich sälber yyneglyymt,
wenn dänggsch, was sich uff Zottel ryymt.

Lange nach Mitternacht, als die Mikrophone bereits abgeprotzt waren und nur noch einige Unentwegte beim letzten Schlummerbecher sassen, meldeten sich auch noch die Verlumpte (BSG), die ihre Verse «unplugged» zum Besten gaben, darunter auch diese Spitze gegen die Konkurrenz gegenüber:
Mir als Verlumpte isch s Schaffe nit in die Wiegi gleggt.
By der Job-Vermittlig hän sy das glyy tscheggt.
Ha jetzt e Job, s ka so schnäll go, wie ych bi koo:
Sy hän my bi der BaZ als Chefredaggter gnoo.

Zur arg geschundenen Baudirektorin noch der Comité-Bank Banggomat:
Das Gschyss, wenn d Ärde zittered.
Mir sinn do nit verbittered.
Die selle nur ganz unverfrore
so dief wie meeglig aabe bohre.
Mir klatsche denn in de heggschte Deen,
wenn sy d Barbara Schneider aabe leen!

Den absoluten Schlusspunkt dürfen d Schnapsbagge (VSG) setzen, die an ihren FCB-Vers im O-Ton diese leicht wehmütige Hommage an einen grossen Abwesenden gesetzt haben:
Mir vermisse dr Schorsch vom Haafebeggi zwai.
Dä hoggt jetzt ganz elai bi synere Frau dehai.
Mir fordere: «Schorsch kumm zrugg, mir wänn dy wiider gseh.
Kauf Du doch d Spiiler y bim FCB.»