Der Umweltschutz macht auch vor der Fasnacht nicht halt: Wie beim Geschirr im St. Jakob-Park oder dem Altpapier sollen auch die für die Fasnachtsabzeichen nötigen Rohstoffe mehrfach verwendet werden können. Dies fordert der Basler Grossrat Claude Beranek (LDP) in einem heute eingereichten Vorstoss.
«Die Fasnachtsplaketten enthalten jede Menge Kupfer, ein heute sehr gesuchtes Metall. Es ist nicht einzusehen, warum dieses einfach vergeudet werden soll», erklärt der Interpellant gegenüber Basler Fasnacht Online. Immerhin seien schon Fälle bekannt, in denen Rollen mit Kupferdraht von Baustellen gestohlen wurden. Die Basler Verwaltung wird von Beranek aufgefordert, zentrale Sammelstellen – ähnlich denjenigen für Glas und Konservendosen – einzurichten, wo die Bevölkerung ihre alten «Blaggedde» entsorgen kann.
Bedeckt gibt man sich beim Basler Amt für Umwelt und Enerige (AUE). Man wolle die Idee prüfen, verlautbarte auf Anfrage. Insbesondere müsste geklärt werden, ob die Rezyklierbarkeit der «Blaggedde» künftig Voraussetzung für die Erteilung der Bewilligung sein soll und ob auf die Abzeichen eine «vorgezogene Entsorgungsgebühr» analog der Elektrogeräte eingeführt werden müsste.
Positiv steht das Fasnachts-Comité der Idee gegenüber. «Mit dem Erlös aus den zurückgegebenen Plaketten könnten wir die Subventionen an die Cliquen steigern», hofft Felix Rudolf von Rohr. Allerdings müsste sich bald entscheiden, ob die Idee in die Tat umgesetzt wird, betont der Comité-Obmann gegenüber Basler Fasnacht Online: «Wir bestellen das Kupfer für die Plaketten bereits im August. Wenn genügend Material rezykliert wird, könnte die Bestellung substantiell verringert werden.»
Eher skeptisch sieht man die Sache bei der Firma René F. Müller AG, welche traditionsgemäss dei «Blaggedde» herstellt. Gold oder Silber sei ohnehin nur in Spuren in den Fasnachtsabzeichen, meint Firmensprecher Jean Huck, aber Kupfer werde in durchaus valabler Menge verarbeitet: «Wir würden die Plaketten selbstverständlich zurücknehmen und zum Einschmelzen in die Giesserei geben.» Dass ein allzu grosser Erlös zustandekommt, sei aber nicht zu erwarten, so Huck: «Da müsste schon jemand eine halbe Tonne oder mehr bringen.» Die Regierung will den Vorstoss von Beranek noch diesen April beantworten.



