Die «Kiste» entpuppt sich als Schatztruhe

29. Oktober 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Mit Büchern, welche die Basler Fasnacht zum Thema haben, kann ohne weiteres ein kleines Bücherregal gefüllt werden. Und immer wieder kommen neue dazu. So auch vor über dreissig Jahren, als sich die Basler Künstlerin Rose-Marie Joray-Muchenberger und der Basler Journalist –minu zusammensetzten, um eine bunte «Goschdym-Kischte» mit Ideen für originelle Fasnachtskostüme zu füllen. Dabei wurden traditionelle Kostüme mit frischen Inspirationen vermischt und neue komponiert. So entstand im Jahre 1974 eine wahre Schatztruhe. Viele der damaligen neuen Kreationen sind inzwischen Klassiker geworden. Der 2003 verstorbene Basler Schriftsteller Hans Räber schrieb darüber: «Mit dieser Publikation ist wirklich eine Lücke geschlossen worden und das Buch hat erst noch eine dreifache Wirkung: Zum einen berät es Kostümbesessene mit seinem Rezeptcharakter „Man nehme“, zum andern fasziniert es durch seine bestechenden, herrlich bunten Helgen und ausserdem wird der Leser mit fröhlichen und besinnlichen Fasnachtsgeschichten beschenkt.»

Lange Zeit war das Buch vergriffen. Im Marktplatz von Basler Fasnacht Online erschienen immer wieder Anfragen, wer ein Exemplar davon besitze und es nicht mehr benötige. Doch nun ist letzte Woche im Friedrich Reinhardt Verlag Basel endlich die heiss ersehnte Neuauflage mit dem Titel «die neyi Goschdym-Kischte» erschienen. Sie umfasst 153 Seiten. In vierzehn köstlichen Fasnachtsgeschichten plaudert –minu in seiner bekannten Art aus dem Nähkörbchen. Dazwischen eingestreut sind 41 wunderschöne ganzseitige, farbige Kostümentwürfe mit prägnanten Randnotizen von Joray-Muchenberger. Auf der letzten Seite werden der Autor und die Illustratorin in einem Kurzportrait vorgestellt.

Das Vorwort der beiden Autoren schliesst mit den Worten: «Gar so schrecklich althergebracht sind die Kostüme wie Alti Dante, Waggis, Gritte und so weiter nicht, als dass man sagen könnte oder müsste: Ein Waggis ist nur ein richtiger Waggis, wenn… Überhaupt dieses „Richtig ist, wenn…“ finden wir absolut falsch. Damit wird bloss die Fantasie getötet. Und Fantasie – davon lebt schliesslich die Fasnacht. Doch wir wollen uns nicht verplaudern. Wir wollen die Kostümkiste öffnen – schon springen ein paar Figuren heraus: e Blätzlibajass, e Dummpeter – aber bitte, schneuggen Sie nun selber.»