Es gab einmal eine Zeit, da wurde am Montag punkt vier Uhr die Fasnacht vom König mit seinem königlichen Tambourmajorstock eingewinkt und am Donnerstagmorgen um vier Uhr wieder abgewinkt. Dass es nicht immer so reibungslos ablief, das erzählt die Geschichte «Fasnacht bis zem Abwingge» im Theater Arlecchino an der Amerbachstrasse.
Drei Minister (Silvia Ferrari, Sandra Heitz, Markus Jeppesen) fordern alle auf zum Marktplatz zu kommen, denn dort wird der Lällekeenig (Roger Gugger) die Fasnacht einwinken. Die Bühne füllt sich mit der Guggemuusig «Ventilatore» und «Wiehlmys Junge Garde und Buschinäscht» in farbenfrohem Charivari. Die Minister für Gesang (Jürg Jösslin, Christoph Nidecker, Adriano Pradetto) singen «Wär d Fasnacht in sym Härze drait isch jedes Joor drby». Doch als der König drei Tage später die Fasnacht abwinken will ist sein Tambourmajorstock verschwunden. Somit geht die Fasnacht weiter und weiter. Es wird Tag und Nacht gepfiffen, getrommelt, geschränzt, und der Bangg (Gluggersegg, verstärkt durch einen Minibänggler) singt immer wieder die selben Verse über den neuen Billettautomaten der BVB, die Euro 08, das berühmte schwarze Schaf und den FCB.
Nach sieben Tage hat der König endgültig genug. Er kann es nicht mehr hören. Sein Stock muss her. Doch wie? Suchen, schlägt der kleine Max (Lukas Schweizer) vor. «Dr Stägge isch verschwunde, mir sueche iiberall» heisst also die Devise. Doch weder die Gespenster in der Krypta vom Münster noch die Rattenkönigin im Birsigtunnel haben ihn gesehen.
Auch die Kinder haben langsam genug von der Fasnacht. Zwar ist schulfrei zu haben herrlich, aber seit 17 Tagen keinen BigMac mehr, nur immer Kääs- und Ziibelewaihe! Bleibt also für die beiden Suchenden nur noch der Rhein. Hier treffen sie auf Taucher, welche das Basler Lied in Unterwasserversion spielen (sie summen via Schlauch in mit Wasser gefüllte Blechbüchsen). Doch auch «dr Babbe Rhy» mit Dreizack kann ihnen nicht helfen. Er findet nur alte Besen, Schirme und einen Weihnachtsbaum.
Wo der Tambourmajorstock dann doch kurz vor Ostern gefunden wird sei nicht verraten. Doch endlich ist Ändstraich. Alles trommelt, pfeift, schränzt und singt wild durcheinander bis der König endlich abwinkt. Nach «Fasnachtsbändeli, Fasnachtsbändeli, das isch wirgligg toll, Fasnachtsbändeli, Fasnachtsbändel, e ganzi Gugge voll» werden, zur grossen Freude der Kinder, viele farbige Fasnachtsbändeli ins Publikum geworfen, welches mit lang anhaltendem Applaus allen Mitwirkenden dankt.
Das 12. Fasnachtsbändeli konnte voll überzeugen, auch wenn es ein paar «Hänger» und kleine Patzer gab. Das ist verständlich, denn «alle waren vor der Vorstellung äusserst nervös», verriet Theaterleiter Peter Keller nach der Première.
Weitere Fotos vom Fasnachtsbändeli gibt es in unserer Fotogalerie.



