Grosser Zirkus im Drummeli

11. Januar 2008 | Von | Kategorie: Nachrichten

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Die Proben zum Drummeli finden im Ramsteinerhof statt, und dieser ist im Besitz der Familie Albrecht; der glücklose Ständeratskandidat Andreas Albrecht amtierte denn beim Probenbesuch auch als perfekter Gastgeber. Und ausgerechnet die Partei dieses Albrecht ist eines der «Opfer» der Rahmenstücke des diesjährigen Drummelis. «Die LDP als Hühnerstall» lautet der Titel – und wenn das Wort von Curt Jürgens stimmt, dass jede Namensnennung Werbung bedeutet, so haben die «echten Liberalen» einen gigantischen Werbespot.

Die drei anderen Rahmenstücke zeigen die Alinghi mit versammelter Landesregierung an Bord (wer darf am Steuer stehen?), einen stadtbekannten Journalisten, den es zur Talk-Show drängt, und vier Kleinbasler, die auf ihre harte Jugend im Kleinbasel zurückblicken. Alles in allem sehr politische und bissige, ja teils sogar schon bitterböse Stücke. Die an der Medienprobe gezeigten «Müsterli» lassen hoffen, dass in früheren Jahren geäusserte Kritik an der Qualität der Wortbeiträge beim Drummeli 2008 nicht notwendig sein wird.

All das steht unter dem Motto des Zirkus. Schon im Prolog wird das Bundeshaus (hat ja auch eine Kuppel) mit einem Zirkuszelt verglichen, die erste auftretende Clique übernimmt dieses Motto, dass dann im Epilog (wo auch sonst) sein Ende findet. Bewusst – so Regisseur Franz Lindauer – habe man diese Klammer schaffen wollen, um zu zeigen, dass Musik und Wort eine Einheit bilden.

Und damit noch zur Musik, der Leistungsschau der fasnächtlichen Formationen: 19 Stammvereine treten auf, wobei die Vorträge von amerikanischen und englischen Märschen dominiert zu sein scheinen. Einige traditionelle Märsche werden aber auch zu hören sein. An Jubilaren werden die Olympia (100 Jahre), Seibi (75) sowie Rhygwäggi und Negro Rhygass (50) gefeiert. Abgerundet wird das Programm durch zwei Schnitzelbängge.

Damit die Feier auch vom Rahmen her stimmt, könnten noch mehr Eintrittskarten verkauft werden. Die beliebtesten Vorstellungen wie Premiere, Derniere und Wochenende sind gut besucht; bei den übrigen hat es noch Luft nach oben. Mit einem Besuch des Drummeli – so Comité-Verantwortlicher Urs Weiss – gönne man sich nicht nur selbst etwas Schönes, sondern fördere auch die Fasnacht, denn die Einnahmen kommen in den Subventionstopf.