Ein zweites Fasnachts-Zentrum

12. Januar 2008 | Von | Kategorie: Nachrichten

Es ist fast jedes Jahr dasselbe. Je näher es auf die Fasnacht zugeht, pfeifen Spatzen von Basels Dächern Melodien, welche die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler besonders aufmerksam hinhören lassen. Dieses Mal pfiff es vom Dach der Kaserne – und die gehörte Melodie bestätigten gestern Lukas Buholzer, OK-Chef der Wagen- und Requisitenausstellung auf dem Kasernenareal, und Vertreter des Fasnachts-Comités auf Anfrage. Am Fasnachtsdienstag wird es demnach im Rahmen der bereits «6. Waage- und Reggwisyte-Usstellig» in der Reithalle eine neue Veranstaltung namens «Luege, loose, lache» geben. Zuhören kann man während eines gediegenen Essens Werner F. Vögelin, ehemals Comité-Schnitzelbank Kaffimihli, und ein paar Überraschungsbängg – und dann wohl auch ausgiebig lachen

Zwei Anliegen erfüllen

«Wir haben schon vor fünf Jahren deklariert, dass wir neben dem Münsterplatz mit seiner Laternen-Ausstellung ein zweites Fasnachtszentrum im Kleinbasel in und bei der Kaserne aufbauen wollen», sagt Urs Bucher. Er ist zusammen mit André Schaad im Fasnachts-Comité für die Strassenfasnacht verantwortlich. Mit der neuen Veranstaltung sollen nun zwei Anliegen erfüllt werden.

Zum einen möchte man der Zielsetzung des Fasnachtszentrums näher kommen, zum anderen aber «möchten wir die Fasnächtler alle zusammenbringen». Es solle keine «1. Klass- und 2. Klass-Fasnächtler» geben. Bucher spricht damit an, dass auf dem Münsterplatz vornehmlich die Cliquen mit Stamm, Jungen und Alten Garden zugegen sind, auf dem Kasernenareal dagegen die «Wäägeler».

Zum Zusammengehörigkeitsgefühl aller Fasnächtler hat schon letztes Jahr beigetragen, dass die Renommier-Gugge Schotte-Clique ihren 60. Geburtstag auf dem Kasernen-Areal gefeiert hat. Bei

«Luege, loose, lache» steht nun das Schnitzelbank-Singen im Mittelpunkt – also die Bänggler – und so soll die Kaserne noch stärker als bisher zum «Treffpunkt von Fasnächtlern unterschiedlichster Couleur und der Besucher werden», unterstreicht auch André Schaad.

Die Veranstaltung (ab 19 Uhr in der Reithalle) soll «mehr als ein Schnitzelbank-Abend» sein, sagt Werner F. Vögelin, der die Besucherinnen und Besucher begrüssen wird. Dann wird er zwischen den Gängen eines exquisiten Dreigang-Menus aus seinem erlebnisreichen Schnitzelbänggler-Leben berichten. 25 Jahre war er als Comité-Bank unterwegs und sagte 1997 am Schlussabend im Theater Basel definitiv: «Adie zämme – d Kaffimihli».

Mit seinem ihm eigenen Humor wird er das Schnitzelbankwesen beleuchten und, wie Vögelin sagt, Antwort auf die Frage geben «wie loos ych richtig Schnitzelbangg?» Man wird von ihm auch erfahren, dass der Zeitgeist bei den Schnitzelbänken eine bedeutende Rolle spielt. So käme etwa Versen aus dem Jahre 1973 heute wieder Aktualität zu.

Als Dessert dieses etwas anderen «Schnitzelbangg-Oobe» wird Vögelin dann als Überraschung von ihm selbst ausgesuchte Bängg des Jahrs 2008 servieren. Und das alles für nur 25 Franken. Vorreservationen (die Reithalle bietet rund 400 Plätze) nimmt das Fasnachts-Comité entgegen.

Zielpublikum sind vor allem Zivilisten

Als Zielpublikum peilen die Veranstalter, wie Lukas Buholzer sagt, vor allem Zivilisten an, die zu günstigen Konditionen einen gemütlichen Abend in fasnächtlicher Umgebung verbringen möchten. Denkbar ist auch, dass kleinere Fasnachtsgruppen für zwei, drei Stunden pausieren und diesen Abend geniessen möchten. Jedenfalls wird betont, dass – sofern es die Platzverhältnisse erlauben – nicht à tout prix das Dreigang-Menu konsumiert werden muss, sondern auch andere Gäste willkommen sind.

A propos Gäste: Für das leibliche Wohl gesorgt ist natürlich wie in den Vorjahren auch in den Rossställen und an einem Verpflegungsstand auf dem Kasernenplatz. Es braucht also niemand zu hungern und dürsten, wenn er die eindrückliche Schau der Wagen und Requisiten von ingesamt 51 «Einheiten» oder die spontanen Ständeli der Cliquen und Guggen geniessen will.