Für den Ort seiner Medienorientierungen über das neue Programm lässt sich das Charivari-Team jedes Jahr etwas Neues einfallen. Denn es soll jedesmal ein Ort sein, welcher für das kommende Programm relevant ist. Dieses Jahr lud das Team die Medienvertreter in die Klause vom Fischerclub Basel 1884 unter der Wettsteinbrücke. Doch die Überraschung war gross, als Obmann Daniel Thiriet erklärte, das neue Programm habe weder mit Wasserfahren noch mit der Wettsteinbrücke zu tun, sondern es handle vom Charivari selber. «Und ins Volkshaus wollten wir Sie nicht einladen, das kennen Sie ja zur Genüge», erklärte er lächelnd.
«Besser als die andere…», so lautet der Titel der Ausgabe 2009. Er ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen, denn gemeint ist nicht besser als die anderen Vorfasnachts-Veranstaltungen, sondern als alle bisherigen Charivari-Vorstellungen. Und damit setzen sich die Charivari-Macher selber unter Druck. Diesmal soll es ein lauteres, lustigeres, fasnächtlicheres, grösseres und eben «besseres» Charivari geben. Oder, wie der Untertitel verspricht: «E Komödie – deiflisch witzig und höllisch guet».
Jonas Blechschmidt, Programmchef und neu auch Vize-Obmann orientierte über den Inhalt:
Teil 1: Die Produktionsverantwortlichen treffen sich zur grossen Programmsitzung. Am grossen Tisch sollen die möglichen Highlights vorgestellt werden. Cliquen, Gugge, Gruppen, Schnitzelbänggler, Solisten und Künstler präsentieren ihren geplanten Vortrag. Interessante, abwechslungsreiche und kreative Ideen versprechen einiges. Eigentlich wäre alles paletti, wenn da nicht die heimliche Gruppierung gegen das Charivari wäre. Angeführt vom diabolischen Gegenspieler werden die Präsentationen Schritt für Schritt sabotiert. (Akustisch untermalt wurde dies bei der Medienorientierung durch den Lärm der über die Brücke fahrenden Trams.) An ein anständiges Charivari 2009 ist bald nicht mehr zu denken. Werden so die Zuschauer etwa Zeugen des grössten Flops in der Charivari-Geschichte?
Teil 2: Jetzt muss gehandelt werden. Kurz vor der Premiere führen auf der Bühne zufällige Spielereien der Teilnehmer zu spontanen Änderungen an den sabotierten Nummern. Der Obmann durchschaut das Spiel der Gegner, allen voran die vom diabolischen Gegenspieler. Und darum gibt er den Anstoss, auf Teufel komm raus zu experimentieren. Nur so könnte das neue Charivari entstehen. Aus den im ersten Teil präsentierten Nummern sollen neue Kombinationen entstehen. Überraschende kreative Versionen sollen in kurzer Zeit entwickelt werden. Der Phantasie sollen keine Grenzen gesetzt werden. Doch die Zeit drängt. Ob es wohl gelingt, ein erfolgreiches Charivari 2009 auf die Beine zu stellen?
Mitwirkende sind die «wiederauferstandene» Clique Storzenääri, Guggemusig Mohrenkopf, Pfeifergruppe Schäärede, Drummelgrubbe Aprico 2007, Schnitzelbangg Schwoobekäfer, als Gäste die Reggae-Band Schwellheim (sie singen baseldeutsch) und als Solist Kevin Klapka (Piccolo). Regie führt zum dritten Mal Markus Buehlmann, assistiert von Franziska Trefzer. Das Buch stammt von Carlos Amstutz, Christoph Knöll und Matthias Affolter.
Wie Thiriet rückblickend erklärte, musste 2007 bei einem Bruttoumsatz von 864’000 Franken ein Verlust von 15’000 Franken verbucht werden. Dieses Jahr wurde bei einem Bruttoumsatz von 909’000 Franken ein Gewinn von 11’000 Franken erwirtschaftet. «Mit einer Differenz von minus 4’000 Franken haben also auch wir eine kleine Finanzkrise», so der Obmann lächelnd.



